The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Top-Arbeitgeber: Worauf Du achten musst, damit "ausgezeichnet" auch ausgezeichnet zu Dir passt (1)

Aus Talenten Profis machen: Wie gut machen Unternehmen diesen Job?

Ein Beitrag von Tanja Kaiser

Sie zählen zu den Besten. Laut „FOCUS“ zeichnen sie sich sogar als besonders gute und beliebte Arbeitgeber aus. Wir wollten wissen: Wie wirkt sich das auf die Maßnahmen zur Talententwicklung aus? Wie flexibel sind Trainee-Programme wirklich? Wir haben für Euch hinter die Kulissen geschaut. Start unser neuen Themenreihe … 

deutschlands-beste-arbeitgeber-2016
Die besten Arbeitgeber 2016! Bei einigen von Ihnen haben wir nachgefragt: Wie flexibel sind Talentprogramme? Im Ratgeber-Teil des FOCUS Spezial mit von der Partie: Henryk Lüderitz, Spezialist für die Entwicklung von Führungskräften. Das Interview im FOCUS mit ihm über Lebensläufe mit „Ecken & Kanten“ findet Ihr hier 

Das Magazin FOCUS hat ihnen ein ganzes Spezial gewidmet. Und auch unsere Expertise war gefragt. Wohlgemerkt nicht für die Auswahl und Auszeichnung der „besten Arbeitgeber 2016″ – dafür aber für den Karriere-Teil des Heftes.

Von Henryk Lüderitz, Herausgeber von The Young Professional und Spezialist für die Entwicklung von Fach- und Führungskräften, wollte FOCUS nämlich wissen, wie sich Young Professionals auch mit einer regelrecht lückenhaften Vita möglichst erfolgreich präsentieren können. Zuweilen nicht ganz einfach – aber machbar.

IMG_9062_2
Aus Talenten Profis machen! Das ist Henryk Lüderitz´Profession. Nichts naheliegender, als mit seinem Know How mal nachzufragen: Wie engagiert und flexibel sind Top-Arbeitgeber, wenn es um die Entwicklung junger Karrieren geht?
Als besonders wichtig erscheint dabei der berühmte „rote Faden“. Wie man genau den auch bei Lebensläufen mit Ecken und Kanten deutlich sichtbar macht, erklärt Henryk Lüderitz im FOCUS-Interview mit dem Finden eines kleinsten gemeinsamen Nenners.

Denksport und Flexibilität sind also gefragt. Vor allem von Euch!

Doch stopp! Wie flexibel sind eigentlich Unternehmen? Insbesondere, wenn  es um Maßnahmen zur aktiven Entwicklung junger Karrieren geht?

Das wollte die Redaktion von The Young Professional genauer wissen – und hat einige der von FOCUS in Kooperation mit XING & kununu frisch ausgezeichneten Unternehmen einfach mal gefragt.

Themenreihe Top-Arbeitgeber:
Aus Talenten Profis machen – wie gut machen Unternehmen diesen Job? 

Wir starten mit zwei Top-Arbeitgebern aus vollkommen unterschiedlichen Branchen. Im Interview des ersten Teils: Vaillant Group und 3M Deutschland GmbH.

Internationalität und gelebte Praxis 

„Ab 2017 steht bei unseren Trainee-Programmen die Internationalität noch stärker im Vordergrund“, so Dr. Hilke Richmer, Head of Group HR Development bei der Vaillant Group.

20160414_Vaillant_DrRichmer_0004_MKP
Dr. Hilke Richmer, Head of Group HR Development, Vaillant Group.
Das Unternehmen mit Hauptsitz in Remscheid verfügt über dreizehn internationale Produktions- und Entwicklungs-Standorte in sechs europäischen Ländern sowie in der Volksrepublik China. Aktiv ist man in über 60 Märkten mit regionalem Fokus auf ganz Europa, Türkei, Russland, China sowie den Wachstumsmärkten in Asien und Nordafrika. Angesichts dieser Eckdaten überrascht der internationale Anspruch  des Mittelständlers nicht.

„Das globale, gruppenweite Trainee-Programms hat die Zielsetzung, Grenzen zu überwinden“, so die engagierte Personalentwicklerin. „Es geht um gelebte Praxis! Und das setzt natürlich auch die Offenheit unserer Young Professionals für einen 6-monatigen Auslandsaufenthalt voraus.“

Dondrup_Anja
Anja Dondrup, Managerin Talent Development, Human Resources 3M, freut sich auf den Start einer neuen Entwicklungs-Initiative beim Global Player 3M
3M: Neue innovative Initiative

Auf Internationalität, einen möglichst integrativen Ansatz und gelebte Praxis setzt in der Personalentwicklung auch das weltweit für Innovationen bekannte Unternehmen 3M. Im Neusser Hauptsitz der 3M Deutschland GmbH freut sich Anja Dondrup, Managerin Talent Development, Human Resources 3M, auf den Start einer neuen Initiative mit vollkommen neuem strategischen Ansatz. Doch dazu später mehr…

Vorerst vertiefen wir den Blick auf das Trainee-Programm bei der Vaillant Group. Wie sieht das Programm, das sich derzeit als Entwicklungsprogramm für Einsteiger in den Bereichen Finance/Controlling sowie Marketing versteht und durch Michael Dietel, HR Manager Personalmarketing, betreut wird – und sich  ab 2017 auch für weitere Bereiche öffnen und beispielsweise auch an junge Wirtschaftsingenieure richten soll, genau aus? Welche Rahmen gibt es?
Und vor allem: Wie flexibel reagiert die Vaillant Group auf veränderte Interessenlagen oder spezifische Erfordernisse ihrer jungen Mitarbeiter? 

„Wir setzen nicht nur in Bezug auf die internationale Ausrichtung unseres neuen Trainee-Programms auf die tatsächlich gelebte Praxis“, berichtet Dr. Hilke Richmer. „Das zweijährige Programm wird insgesamt vier Stationen in unterschiedlichen Bereichen umfassen. So lernen die Berufseinsteiger verschiedene unternehmerische Bereiche – aber auch unterschiedlichste Aspekte der Zusammenarbeit kennen.“

Allerdings: Auf den Zeitraum von zwei Jahren ein klar definiertes Positionsziel im Voraus festzuzurren, scheint schwierig. Allzu oft entwickeln gerade Berufseinsteiger ungeahnte Interessenlagen – oder gar besondere Talente – die sich zum Einstiegszeitpunkt kaum absehen lassen. Wie reagiert das Unternehmen darauf?

Dazu Dr. Hilke Richmer: „Die Mitarbeiter der Vaillant Group sollen sich ausdrücklich persönlich weiter entwickeln können – und natürlich auch Spass haben. Wir fassen den fachlichen Einstiegsweg zwar relativ klar – orientieren uns dabei jedoch nicht ausschließlich an den unternehmerischen Bedarfslagen. Die 4 Stationen stellen sicher, dass die Entwicklungsmöglichkeiten ohnehin nicht einseitig verlaufen. Hinzu kommt, dass die individuelle Auswahl dieser Stationen einerseits zu den Betreuungsmöglichkeiten und Bedürfnissen der jeweiligen Unternehmensbereiche, aber andererseits eben auch möglichst gezielt zu den Interessenlagen der Young Professionals passen sollen. Sofern sich im Laufe des Programms herausstellt, dass besondere Talente auf veränderte Karriere-Ziele hindeuten, reagiert das Unternehmen darauf im Rahmen des Möglichen natürlich flexibel, denn die Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern ist grundsätzlich auf Nachhaltigkeit ausgerichtet.“

Das richtige Programm finden: Auf Zukunftsperspektiven achten!

Auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Zusammenarbeit. Ein wesentlicher Aspekt bei der Entscheidung für das richtige Programm, beim richtigen Arbeitgeber. Nicht selten gelten Trainees in Unternehmen schlichtweg als billige Arbeitskräfte. Wenig betreut, mangelhaft unterstützt und kaum in ihren Karriere-Zielen berücksichtigt, finden sich Trainees bei manchen Unternehmen ausschließlich in der Erledigung von Aufgaben wieder, die dem Bestandspersonal ggf. lästig sind. Von Herausforderung, Verantwortung – oder gar langfristiger Perspektive keine Spur!

Eine Einstellung, die für die Vaillant Gruppe nicht in Frage kommt. „Wir verstehen Trainee-Programme als Entwicklungsprogramme mit nachhaltigem Charakter. Trainees sind bei uns vollwertig dabei, werden in die Projektarbeit integriert, erhalten regelmäßige Feedbackgespräche – und übernehmen frühstmöglich Verantwortung. Die Wertigkeit der Aufgaben verstehen wir als Anreiz“, so Dr. Hilke Richmer.

Szenen-Wechsel: Nachhaltige Zukunftsoptionen für Young Professionals. Darauf konzentriert man sich auch bei 3M

Anja Dondrup, Manager Talent Development, 3M Human Resources, weiß um die Notwendigkeit zur Verjüngung der Altersstrukturen insbesondere im Bereich Ingenieurwesen. Einen Schwerpunkt legt das weltweit agierende Unternehmen dabei auf eine bessere Geschlechterverteilung und möchte insbesondere Perspektiven für junge Ingenieurinnen schaffen. Bei 3M auch deshalb derzeit in Planung: Die Ingenieur-Initiative Optimized Operations – kurz `O2´genannt.
„Das Programm verfolgt eine neue strategische Ausrichtung des Unternehmens“ berichtet Anja Dondrup. Die für Ende 2016 / Anfang 2017 avisierte Initiative soll Teilnehmern nicht nur regional begrenzt, sondern EMEA-weit, die Integration in internationale Teams ermöglichen und im Rahmen von jeweils 3-monatigen Projekteinsätzen verschiedene Unternehmens-Standorte kennenzulernen. Im Fokus: Alle Bereiche des Ingenieurwesens, wie Verfahrenstechnik, Maschinenbau, Elektrotechnik, etc.

Besonderheiten des Programms sieht Anja Dondrup auch in, wie sie sagt, „verbindenden Elementen“. Netzwerke sollen verstärkt, reflektierende Erfahrungen ermöglicht werden. Programmbestandteile, wie beispielsweise eine Corporate Week, sollen diese Effekte unterstützen.

„Derzeit ist das Programm noch in Planung, so dass noch längst nicht alle Bestandteile feststehen. In jedem Fall werden wir auch bei diesem neuen Programm nicht nach dem Gießkannenprinzip verfahren. Das Unternehmen ist in Bezug auf Entwicklungsmaßnahmen stark daran orientiert, zu schauen, was unsere Mitarbeiter bereits mitbringen – und wo ggf. Bedarf an Feinschliff besteht.“

Generell setzt das Unternehmen bei der Personalentwicklung auf individuelle Bedarfsorientierung und auf einen möglichst praxisorientierten Wissenstransfer: „Auch Mitarbeiter, die bereits länger im Unternehmen sind, vereinbaren mit ihrem Vorgesetzten einen individuellen Entwicklungsplan“, so die Managerin Talent Development, „und profitieren vom Know How Transfer der unternehmerischen Infrastruktur.“

Zurück zur Vaillant Group. Welche Entwicklungsprogramme bietet der Mittelständler aus Remscheid seinen Mitarbeitern mit Berufserfahrung?
„Vaillant verfügt bereits seit Jahren über ein sehr erfolgreiches Programm zur Management-Entwicklung„, berichtet Dr. Hilke Richmer, Head of Group HR Development, Vaillant Group. „Dabei machen wir auf der Management-Ebene keine Unterschiede zwischen einem Karriere-Weg zur Führungskraft, zum Experten oder zum Projektmanager. Bei der Vaillant Gruppe können Mitarbeiter, die bestimmte Potentialindikatoren erfüllen, sich für unterschiedliche Karriere-Ziele auf der Management-Ebene entscheiden.“

„Learning Journey“ und „Learning Buddies“

Das 12 bis 18 Monate umfassende Management-Entwicklungsprogramm der Vaillant Group basiert auf dem Prinzip einer „Learning Journey“. Dabei verlassen die Teilnehmer gezielt die persönliche Komfortzone, stellen sich besonderen Herausforderungen. Mit dabei: Ein sog. Learning Buddy. Gibt es den auch für Absolventen der Vaillant Group-Trainee-Programme? „Ja, mit sog. Buddies, als informellen Ansprechpartner haben wir auch bei den Berufseinsteigern sehr gute Erfahrungen gemacht“, erzählt Dr. Hilke Richmer. Die Personalentwicklerin weiß: „Gerade während der ersten Monate kann es wertvoll sein, im Unternehmen jemanden zu haben, den man zu verschiedenen Fragestellungen oder Problemen auf neutraler Ebene ansprechen kann.“

Auch 3M setzt auf den integrativen Ansatz. So kommen Berufseinsteiger und erfahrene Mitarbeiter nicht nur in der täglichen Praxis, sondern beispielsweise auch in unternehmenseigenen Trainings zusammen. Potentiale, sei es für eine Fach- oder Leadership-Laufbahn, kristallisieren sich ebenfalls sehr viel deutlicher im Rahmen praktischer Projektarbeit – als mit Hilfe standardisierter Tests – heraus.

High Potentials: Ansatz für Schneller-Entwickler

„Individuelle Entwicklungsplanung – diese ist für alle 3M Mitarbeiter wichtig und verbindlich – und natürlich auch für unsere High Potentials“, erzählt Anja Dondrup, Managerin Talent Development, Human Resources 3M.
High Potentials. Ein schwer zu definierender Begriff. Wer oder was ist das eigentlich?
Im Rahmen des Berufsalltags und herausfordernder Projekte und Aufgaben erkennen wir hier und da Mitarbeiter, die in gleichem Maße überdurchschnittliche Fähigkeiten, Ehrgeiz und Engagement mitbringen und damit sehr viel schneller lernen als andere“, so Anja Dondrup. „Diese Mitarbeiter werden im Rahmen unserer jährlichen Reviews auf Management-Ebene entsprechend codiert und erhalten gesonderte Maßnahmen zur Entwicklungsplanung. Dabei ist die Ausrichtung – passend zur Initiative `O2´ – zunehmend europäischer und globaler orientiert.“

Fazit:
Die ersten beiden Interviews unserer Themenreihe „Top-Arbeitgeber“ zeigen: Wer Lust hat, fremde Länder und Kulturen zu erobern, ist sowohl im Konzern, als auch im Mittelstand gut aufgehoben. In jedem Fall sollte man die nötige Offenheit für längerfristige Auslandseinsätze mitbringen, interessiert man sich für die beschriebenen Trainee-Programme. Ohne geht´s fast nicht. 
In Sachen Flexibilität fällt auf: Unternehmen, die Young Professionals langfristige Perspektiven bieten möchten, reagieren möglichst flexibel auf die Entwicklungsschritte ihres Nachwuchses.

P1000349 _2
Henryk Lüderitz, Management-Trainer und Spezialist für die Entwicklung von Führungskräften, gefallen integrative Ansätze zur Nachwuchs-Entwicklung
Auch Henryk Lüderitz, Management-Trainer und Spezialist für die Entwicklung von Führungskräften, gefallen die Ansätze beider Unternehmen. „Die Programme sind nicht ganz vergleichbar. Dennoch überzeugen sowohl 3M als auch die Vaillant Gruppe mit ausgeprägt internationalen Ausrichtungen ihrer Maßnahmen sowie einer ausgeprägten Bedarfsorientierung was spezifische Personalentwicklungs-Aktivitäten angeht. Beide Unternehmen binden Berufseinsteiger aktiv in das Daily Business ein und verfolgen integrative Konzepte. Positiv fällt ebenfalls der zeitgemäße Umgang mit unterschiedlichen Karriere-Zielen auf. Beide Unternehmen lassen Experten-Laufbahn oder Leadership-Karriere weitestgehend offen, zeigen verschiedene Wege auf – und unterstützen aktiv.“

Ausblick:

Naturwissenschaftler aufgepasst! Schon bald geht´s weiter! Zur Themenreihe „Top-Arbeitgeber“ hat Henryk Lüderitz auch mit zwei Unternehmen der chemischen / pharmazeutischen Industrie gesprochen! Seid gespannt, was Young Professionals dort erwartet….

Der Newsletter für Young Professionals


Kommentieren