The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Themen-Reihe "Hidden Champions": Unternehmen in geheimer Mission

„Es steht nicht dran – aber wir sind drin …“

Ein Beitrag von Tanja Kaiser

Besucht man den Mittelständler Alberdingk Boley GmbH, erfährt man Erstaunliches: Es ist ein bisschen wie beim „kleinen, unbeugsamen Dorf in Gallien“: Weltmärkte scheinen von Konzernen beherrscht – doch innovativste Bestandteile dessen, was Menschen weltweit täglich nutzen, stammen aus einem beschaulichen Örtchen am Rhein. Wie das Traditionsunternehmen aus Uerdingen es schafft, Maßstäbe zu setzen – und welche Vorteile das für Young Professionals hat? Wir haben nachgefragt  … 

„Auf die Produkt-Entwicklung kann ich durchaus Einfluss nehmen – und wenn ich möchte, live dabei sein“, erzählt Sebastian Damm, Young Professional beim Mittelständischen Unternehmen Alberdingk Boley GmbH in Krefeld Uerdingen. Ein ungewöhnliches Statement, bedenkt man, dass der 25-jährige weder in der Produktentwicklung, noch im klassischen Produkt-Management des Unternehmens tätig ist.

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Sebastian Damm, 25, Verkauf und Marketing Dispersionen beim Hidden Champion Alberdingk Boley GmbH, sieht große Karriere-Vorteile in Strukturen des Mittelstands

„Im Konzern ist man nur eine Nummer unter vielen …“

Sebastian Damm ist seit Mitte 2014 für Verkauf und Marketing des Geschäftsfeldes Dispersionen zuständig. Erfahrungen, die er im Daily Business und unmittelbar am Markt macht, spezifische Anforderungen, die Kunden an Produkte stellen – aber auch eigene Ideen – kann er aktiv in Produktentwicklungen einbringen.

„Dadurch, dass wir bei entsprechender Konstellation in der Lage sind, auch individuelle Kundenwünsche zu berücksichtigen, wird nicht nur der Unternehmenserfolg gefördert, auch mein Radius als Mitarbeiter ist breiter gesteckt. Ich verkaufe Produkte nicht nur, sondern kann über das Spiegeln von Kundenanforderungen und das Einbringen eigener Ideen auch den Einfluss des Unternehmens auf Märkte und Kundenstrukturen viel aktiver mit gestalten als in einer vergleichbaren Position im Konzern“, so Sebastian Damm, „da wäre ich vermutlich eine Nummer unter vielen.“ 

Ganz unaufgeregt an die Weltspitze

Tatsächlich liegen die wesentlichen Unterschiede zwischen Konzernen und erfolgreichen Mittelständischen Unternehmen nicht etwa in Faktoren wie Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit – oder gar dem Bedienen internationaler Märkte.

Im Gegenteil. Mittelständler wie die Alberdingk Boley GmbH zeigen: Gerade bei Hidden Champions sind Mitarbeiter mehr als Rädchen im System. Schnelle Aufstiegsmöglichkeiten, internationales Umfeld, innovatives Produkt- und Leistungs-Portfolio inklusive.

So zählt das Unternehmen mit insgesamt 365 Mitarbeitern am Haupt-Standort Deutschland und den Niederlassungen in USA und China sogar zur Weltspitze, wenn es um lösemittelfreie Bindemittel auf Wasserbasis für Oberflächenbeschichtungen geht. In diesem Geschäftsfeld nur Randfiguren: Wettbewerber aus Konzern-Reihen. Denn: Was unspektakulär klingt, findet sich tatsächlich weltweit in tausenden von Produkten des täglichen Bedarfs wieder.

Das Spektrum der Produkte, die auf Basis von Rohstoffen von Alberdingk Boley glatter, matter, schöner gemacht werden und einen Oberflächenschutz erhalten, ist riesig:

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Martina Bielen, Verkauf und Marketing / Unternehmenskommunikation Alberdingk Boley GmbH: „Es steht nicht dran – aber wir sind drin“

„Möbel, Parkett, Leder, Textilien. Von Gebäuden, Holz- oder Kunststoff-Möbeln, bis hin zu Handtaschen vom Nobel-Label oder edlen Praliné-Verpackungen ist fast alles dabei“, erklärt Martina Bielen, Unternehmenskommunikation. „In gewisser Weise sind wir in sehr vielen Produkten und Konsumgütern drin – auch wenn es nicht dran steht. Die allermeisten Menschen haben unsere Produkte in Form von Oberflächenbeschichtungen schon in den Händen gehalten – ohne zu wissen, dass in einem wesentlichen Teil der Beschichtung Alberdingk Boley enthalten ist.“

Ideen ausdrücklich erwünscht

Ein beinahe unsichtbarer Erfolg also. Zumindest für den Endverbraucher. Dabei profitiert gerade auch der Konsument von zukunftsweisenden, umwelt- und gesundheitsschonenden Technologien, die das Unternehmen in langer Tradition stetig fortentwickelt. Was ermöglicht Unternehmen, wie Alberdingk Boley die schnelle und flexible Reaktion auf aktuelle Marktanforderungen?

„Die Alberdingk Boley GmbH ist seit mehr als 187 Jahren erfolgreich“ erzählt Thomas Baur, Leitung Verkauf Bauten-Dispersionen und Öle, „das heißt, sehr viel Erfahrung, eine lange Tradition – aber auch ständige Veränderungen und Innovationen – gehen bei uns eng zusammen.“

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Thomas Baur, 35, Leitung Verkauf Bauten-Dispersionen und Öle, Alberdingk Boley GmbH und Martina Bielen meinen: „Ideen ausdrücklich erwünscht!“  

Der 35-jährige Betriebswirt, seit neun Jahren für das Unternehmen tätig, konnte seine Karriere zügig entwickeln. Einen wesentlichen Schlüssel hierzu sieht die Führungskraft in der Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Jedoch vor allem auch darin, Ideen zu haben, neugierig zu sein, Fragen zu stellen. „Ideen zu haben ist bei Alberdingk Boley ausdrücklich erwünscht!“ 

Die Karriere von Thomas Baur begann bei Alberdingk Boley als Assistent der Geschäftsleitung. Es folgten Karriere-Schritte im Bereich des Aufbaus und der Betreuung von Produktgruppen und Erfahrungen im Bereich Business Development, bevor er bereits 2012 die Vertriebsleitung einer spezifischen Produktgruppe übernahm. Seit 2013 ist der 35-jährige Verkaufsleiter für den Geschäftsbereich Bauten-Dispersionen und Öle.

Auch der Weg von Berufseinsteiger Sebastian Damm, Verkauf und Marketing Dispersionen, scheint auf Interesse, Neugier – und guten Ideen – zu gründen. Schon im Rahmen seiner dualen Ausbildung zum Industriekaufmann in Kombination mit einem Studium an der Fachhochschule in Neuss, Schwerpunkt Industrie-Management, fiel er positiv auf.

Im technischen Marketing kannten wir seinen Namen schon, bevor er im Juni 2014 fest bei uns begann“, erzählt Führungskraft Thomas Baur, „Er hatte in Besprechungen, an der auch Mitglieder der Geschäftsleitung teilgenommen hatten, Interesse gezeigt und gute Fragen gestellt. So hatte ich schon von ihm gehört, bevor ich ihn persönlich kennenlernte.“ 

Flache Hierarchien, schnelle Entscheidungswege 

Nicht selbstverständlich. So lassen Konzern-Strukturen – bedingt durch strenge Prozessvorgaben – Fragestellungen oder Ideen von Berufsanfängern häufig nicht zu. Auch ausgeprägte Hierarchien machen es jungen Berufstätigen nicht überall leicht, sich selbst, die eigenen Leistungen oder gar eigene Ideen zu präsentieren.

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Führungskraft und Triathlet Thomas Baur, Alberdingk Boley GmbH, setzt auf flache Hierarchien und die frühstmögliche Wahrnehmung junger Mitarbeiter – aber auch auf die Fähigkeit, Entscheidungen treffen zu können
 Dazu Thomas Baur: „Bei Alberdingk Boley leben wir flache Hierarchien und haben eine ausgeprägte Ideen-Kultur. Auch Berufsanfänger dürfen Fragen stellen und sich gern möglichst aktiv mit Ideen einbringen. Gute Ansätze vorausgesetzt, werden bei uns auch Einsteiger wahrgenommen und gefördert.“

So war es auch bei Sebastian Damm. Nach Abschluss der Ausbildung zog er für den letzten Teil seines Studiums nach Kalifornien. „In den USA erhielt ich plötzlich  eine Nachricht aus dem Hause Alberdingk Boley. Per Whats App. Verbunden mit der Bitte, mich mit der Geschäftsleitung in Verbindung zu setzen.“  Dazu Führungskraft Thomas Baur: „Wir haben Herrn Damm eine kurzfristig frei gewordene Einstiegsposition im Bereich Verkauf und Marketing anbieten können.“  Sebastian Damm trat die Position nach seiner Rückkehr aus den USA an – und fühlt sich rundum wohl.

Mit System und Verstand: Meeting-Kultur und Ideen-Management

Klar ist: Auch beim Hidden Champion Alberdingk Boley herrscht nicht etwa kreatives Chaos. Dazu Martina Bielen, Unternehmenskommunikation: „Damit gute Ideen auch zu guten Ergebnissen führen können, ist es natürlich notwendig, ein systematisches Ideen-Management zu führen. Das heißt, Ideen und Vorschläge werden strukturiert gesammelt und durchlaufen ein bestimmtes System. Ein Procedere, das sicherstellt, dass weder Ideen verlorengehen, noch zu viel Aufwand in weniger geeignete Vorschläge investiert wird.“

Auch die für Fragestellungen und Anregungen offene Meeting-Kultur verläuft beim Mittelständler Alberdingk Boley konstruktiv – aber strukturiert. „ThemenAgenden zur gleichberechtigten Vorbereitung aller Teilnehmer sowie abschließend erstellte To-Do-Listen sorgen einerseits für geordnete Strukturen – andererseits aber auch für eine gute Orientierung der Mitarbeiter“, so Martina Bielen. Young Professional Sebastian Damm bestätigt: „Stimmt. Eine systematische Meeting-Kultur wirkt gewissermaßen wie Leitplanken, die gerade Berufseinsteigern eine gute Hilfe zur Orientierung sind. Ich habe damit positive Erfahrungen gemacht, zumal unsere Struktur dabei weder in kreativer noch in sachbezogener Hinsicht einschränkt.“ 

Dem Markt verpflichtet: Vertrauen, Kontinuität, Verlässlichkeit

Gerade Traditionsunternehmen zeichnen sich durch vertrauensvolle Nähe zum Kunden und außerordentliche Verlässlichkeit aus. Auch die Alberdingk Boley GmbH sieht sich dem Markt gegenüber stark verpflichtet. Dazu Führungskraft Thomas Baur, Leitung Verkauf Bauten-Dispersionen und Öle:
„Einer unserer Unternehmens-Leitsätze ist: `Das meiste Vertrauen erfordern Dinge, die man nicht sieht´- und daran halten wir uns auch in der täglichen Zusammenarbeit mit unseren Kunden weltweit. Wir sind dem Markt verpflichtet, mit Kontinuität und Verlässlichkeit bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Dazu gehört es auch, dass unsere Kunden langjährig mit denselben Ansprechpartnern zusammenarbeiten können. So gewährleisten wir eine vertrauensvolle und gut aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit.“

Kontinuität, die sich also auch auf Karriere-Chancen für Young Professionals positiv auswirken kann. Das Unternehmen setzt auf langfristige Zusammenarbeit, stetige Entwicklungsmöglichkeiten und den Ausbau individueller Potentiale. Da, wo man sie erkennt. Junge Talente werden sorgfältig ausgewählt. Beispielsweise im Rahmen bestimmter Karriere-Messen, wie dem `Karrieretag Familienunternehmen´. Gerne gibt man jedoch auch jungen Potentialen aus eigenen Reihen eine Chance, wie das Beispiel von Sebastian Damm beweist.

Entscheidungen treffen können

Als wesentliches Merkmal geeigneter Kandidaten nennt Thomas Baur auch Entscheidungskompetenzen: „Es ist außerordentlich schwer, Menschen zu finden, die die Fähigkeit haben, Entscheidungen treffen zu können.“

Aus Unternehmenssicht außerdem wichtig: Eigeninitiative. Dazu Thomas Baur:
„Ohne eine gesunde Portion Eigeninitiative ist es schwer, sich in einem fortschrittsorientierten Unternehmen wie Alberdingk Boley zu entwickeln. Gleichzeitig bieten wir die dazu notwenigen Rahmenbedingungen, wie flache hierarchische Strukturen. Wer diese Eigenschaften mitbringt, findet bei uns jedoch außerordentlich gute Entwicklungs- und Aufstiegs-Chancen vor.“

Fazit:

Auch Henryk Lüderitz, Spezialist für die Entwicklung junger Führungskräfte, Business-Trainer und Coach, findet:

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Henryk Lüderitz, Spezialist für die Entwicklung junger Führungskräfte, Trainer und Business-Coach, sieht bei Alberdingk Boley ausgezeichnete Karriere-Chancen für Young Professionals mit Entscheidungswillen, Eigeninitiative und Spaß an Ideen
 „Mittelständische Unternehmen bieten häufig ganz ausgezeichnete Karriere-Chancen. Leider finden sie dabei meist zu wenig Beachtung durch Absolventen und Berufseinsteiger, die sich allzu gerne an den Namen großer Konzerne orientieren. Dabei zeigt das Beispiel der Alberdingk Boley GmbH sehr anschaulich, dass Erfolg – bis hin zur Weltspitze – nichts mit Größe gemessen an Mitarbeiterzahlen oder Standort zu tun haben muss.

Die Alberdingk Boley GmbH aus Krefeld Uerdingen setzt in langer Tradition technologische Maßstäbe – mit entsprechendem weltweiten Erfolg. Dabei gerade für Berufseinsteiger interessant: Die flachen Hierarchien im Unternehmen schaffen den perfekten Rahmen für Eigeninitiative und Ideen – und um im Ergebnis Entwicklungen aktiv mit zu begleiten, die man in Konzern-Strukturen gar nicht mitbekommt. Mir persönlich gefallen beim Unternehmen Alberdingk Boley die Nähe zum einzelnen Mitarbeiter, die sehr stark auf persönliche Zusammenarbeit ausgerichtete Unternehmens-Kultur und die Möglichkeiten, sich fortzubilden, interdisziplinär zu denken und zu handeln.
Wer sich für eine Karriere in einem Mittelständischen Unternehmen wie Alberdingk Boley interessiert, sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass bestimmte persönliche Skills, wie beispielsweise gute Kommunikationsfähigkeiten, ausgeprägte Wirkungskompetenzen, die Bereitschaft zur Eigeninitiative sowie Kundenfreundlichkeit nicht fehlen sollten. Das sind jedoch Eigenschaften, die sich auch gezielt erlernen lassen und gefördert werden können.“

 

Über die Alberdingk Boley GmbH: 

Als unabhängiges und global operierendes Mittelstandsunternehmen ist Alberdingk Boley seit mehr als 187 Jahren Partner für Kunden. Die Systeme basieren auf Wasser statt auf Lösemitteln. Die umweltfreundlichen Bindemittel von Alberdingk Boley veredeln, verbinden, verschönern und schützen Oberflächen. Zudem ist man europaweit der einzige Produzent von Rizinusöl, Lackleinöl sowie deren Derivaten. Die natürlichen Öle als nachwachsende Rohstoffe werden zur weiteren Verarbeitung in Druckfarben, der Kosmetikindustrie und im Pharmabereich an die Industrie geliefert.
Mit Produktionsstätten in China und den USA beschäftigt Alberdingk Boley weltweit über 365 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist ausgesprochen innovativ und wurde als TOP 100-Innovator ausgezeichnet. 

Weiterführende Informationen finden Sie über folgenden Link: 

http://www.alberdingk-boley.de

 

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