The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Inken Kuhlmann über ihren Karriereabstecher ins Ausland und die Arbeit in mehrsprachigen Teams

Für die Karriere über die Landesgrenzen hinaus

Ein Beitrag von Meike Kühlkamp

In unseren Artikeln raten wir und unsere Interviewpartner immer wieder dazu, die eigene Komfortzone zu verlassen, um zu wachsen. Oft ist mit dem Verlassen dieser Komfortzone auch das Überschreiten der eigenen Landesgrenzen gemeint. Ein kleiner oder größerer Exkurs ins Ausland macht sich nicht umsonst noch immer gut auf jedem Lebenslauf. Wer die eigenen Gefilde verlässt, beweist nicht nur Mut zum Neuen, sondern auch einen unbändigen Antrieb und Weltoffenheit. Denn wer in die Welt hinauszieht, lernt sie kennen. Und wer in der Welt arbeitet, begegnet neuen Menschen. Menschen, die andere Sprachen und Kulturen mitbringen, oft sogar eine andere Arbeitsmoral, andere Methoden und eigene Weisheiten.

Eine junge Frau hat sich genau an diesen simplen Regeln orientiert, um an ihr berufliches Ziel zu kommen. Aber sind diese Regeln tatsächlich so simpel, wie sie klingen? Hat sich der Schritt ins Ausland für die Karriere gelohnt? Und wie sieht eigentlich der Arbeitsalltag in einem mehrsprachigen Team aus?

 

Doppelbelastungen taktisch meistern

 

Inken Kuhlmann ist 27 Jahre alt und Managerin für Growing Markets bei HubSpot in Dublin. „2012 wagte ich mich zum ersten Mal nicht nur für den Urlaub ins Ausland. Ich machte meinen Master am Griffith College in Dublin.“


Ihre Englischkenntnisse für den Arbeitsmarkt  aufbessern und Erfahrungen sammeln, war damals ihre Motivation. Natürlich kommt es anders als erwartet. Inken Kuhlmann ist ehrgeizig, will sich in der neuen Heimat zurechtfinden und beginnt neben dem Studium bereits einen Job im Marketingbereich beim Unternehmen HubSpot. „Natürlich war das eine ganz schöne Doppelbelastung, Studium und Beruf zugleich und das noch im Ausland.“ Aber die damals 23Jährige stellt sich auf die neue Situation ein, entwickelt ihre eigenen Kniffe, um besser zu werden. „Es ist wichtig, sich auch außerhalb des Unternehmens Rat einzuholen. Ich habe mir einen Mentor gesucht, der mir half und habe viele englische Fachlektüren und Artikel gelesen.“

 

Teambuidling im Multi-Kulti-Büro

 

Ihre Taktik geht auf: „Seit April 2016 bin ich verantwortlich für PR und Media Relations, leite das Marketing-Team.“

Und das besteht aus Deutschen, Franzosen, Iren und Spaniern. „Das ist eine bunte Sprach- und Kulturen-Mischung, die mir als Teamleiterin natürlich besonderes Feingefühl abverlangt.“ Die Arbeit im Multi-Kulte-Team habe zwar eigentlich nur Vorteile, sagt sie, damit aber alles glatt läuft, muss der Teamgeist immer wieder gestärkt werden. „Alle drei Monate machen wir ein ‚team outing’, bei dem wir zum Beispiel zusammen etwas kochen oder essen gehen.“ Außerdem spreche man im Büro durchgehend Englisch, dass sei für alle fair. „Bei der Arbeit im mehrsprachigen Teams muss man immer eine Auge darauf haben, dass sich nicht einzelne Grüppchen bilden.“ Ansonsten sei der Alltag im mehrsprachigen Büro lustiger als in anderen. „Alleine wegen der vielen kleinen sprachlichen Missverständnisse – und natürlich der Klischees, dem jeder von uns irgendwann mal unterliegt.“

 

Bald muss Inken Kuhlmann ihr Team in Dublin allerdings verlassen. Sie kehrt zurück nach Deutschland, wird dort ein HubSpot Büro in Berlin leiten. Eine echte „Young Professional“, für die sich ein kleiner Exkurs ins Ausland für die Karriere in der Heimat ausgezahlt hat.

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