The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Top-Arbeitgeber: Worauf Du achten musst, damit "ausgezeichnet" auch ausgezeichnet zu Dir passt (2)

Industrie als Traumfabrik?

Ein Beitrag von Tanja Kaiser

Aus Talenten Profis machen – wie gut machen Unternehmen diesen Job? Das wollten wir auch bei den Interviews zum zweiten Teil unserer Themenreihe über Top-Arbeitgeber wissen. Diesmal haben wir einen Blick hinter die Kulissen der chemischen und pharmazeutischen Industrie geworfen. Und waren überrascht …

Eine neue industrielle Revolution? Erstaunlich offen gestalten sich die Möglichkeiten neuer Karriere-Wege in der chemischen und pharmazeutischen Industrie.

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Sie zählen zu den Besten: Grünenthal Pharma GmbH & Co. KG und OXEA GmbH. Das Magazin FOCUS hat den eintausend „besten Arbeitgebern 2016“ jüngst ein ganzes Spezial gewidmet. Und auch unsere Expertise war gefragt. Wohlgemerkt nicht für Auswahl und Auszeichnung – dafür aber für den Karriere-Teil des Heftes. Das Interview im FOCUS mit Henryk Lüderitz, Spezialist für die Entwicklung von Führungskräften, über Lebensläufe mit „Ecken & Kanten“ findet Ihr hier 
Wir sprachen mit zwei Konzern-Größen – dem Pharma-Unternehmen Grünenthal Pharma GmbH & Co. KG sowie mit dem Chemie-Unternehmen OXEA GmbH – über neue Wege der Personalentwicklung.

Besonders spannend: Sie zählen zu den Besten. Laut Magazin FOCUS zeichnen sie sich sogar als besonders gute und beliebte Arbeitgeber aus. Wir wollten wissen: Wie wirkt sich das auf die Maßnahmen zur Talententwicklung aus?

Wie flexibel reagieren also Unternehmen auf zeitgemäße Anforderungen an Karriere-Wege? Und worauf sollten Young Professionals achten, damit „ausgezeichnet“ auch ausgezeichnet passt?

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Aus Talenten Profis machen!
Das ist Henryk Lüderitz´ Profession. Nichts naheliegender, als mit seinem Know How einfach mal für The Young Professional bei einigen der Besten nachzufragen: Wie engagiert und flexibel sind Top-Arbeitgeber, wenn es um die Entwicklung junger Karrieren geht?
Nachgefragt hat:
Henryk Lüderitz. Der Herausgeber von The Young Professional, Business-Trainer, Coach und Spezialist für die Entwicklung von Führungskräften weiß um die teils gravierenden Unterschiede bei den unternehmerischen Maßnahmen zur Personalentwicklung. Dabei spielen Größe und Bekanntheit von Arbeitgebern nicht zwingend eine Rolle.

Optionale Vielfalt: Von der Grundlagenforschung bis zum fertigen Produkt

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Sieht neue und spannende Perspektiven für Naturwissenschaftler: Oliver Lamm, Vice President Global Human Resources für die Bereiche Forschung und Entwicklung sowie Finance, Grünenthal Pharma GmbH & Co. KG
Riesige Chancen, sich zu orientieren, sieht Oliver Lamm, Vice President Global Human Resources für die Bereiche Forschung und Entwicklung sowie Finance, bei der Grünenthal Pharma GmbH & Co. KG, ohnehin.
Das international tätige, forschende Pharma-Unternehmen in Familienbesitz und mit Konzernzentrale in Aachen ist spezialisiert auf die Schmerzbehandlung – und zwar von der Grundlagenforschung bis hin zu fertigen Produkten.
Darüber hinaus sind die Indikationsbereiche entzündliche Erkrankungen und Erkrankungen des Immunsystems, Supportivtherapien für Krebspatienten sowie das Hospitalgeschäft weitere wichtige Tätigkeitsfelder. Das Leitmotiv des unternehmerischen Handelns bei Grünenthal ist die Qualitätsverbesserung für den Versorgungsstandard der Patienten.

Auf Qualitätsverbesserungen setzt man auch in Puncto Personalentwicklung: Neu ist, dass man Trainee-Programme – bei der Grünenthal Pharma GmbH & Co. KG  generell „Graduate Programme“ genannt – noch weiter für Naturwissenschaftler öffnet.

Entsprechend soll ein neu konzipiertes Programm nun auch jungen Pharmazeuten ein breites Feld an Karriere-Möglichkeiten öffnen.

Wir stellen fest, dass Absolventen häufig der Einblick fehlt, welche Möglichkeiten sich in der pharmazeutischen Industrie überhaupt bieten“, so Oliver Lamm, „deshalb öffnen wir unsere Programme für Berufseinsteiger derzeit deutlich weiter für Naturwissenschaftler, als üblich.“

Frühzeitiger Überblick – mit guten Aussichten

Wie sieht der übliche Weg aus? Was ändert sich?
„Klassischer Weise bieten wir Graduate Programme für die Bereiche Finance/Controlling oder Marketing. Das für den Bereich Forschung/Entwicklung neu entwickelte Einstiegs-Programm bietet nun Naturwissenschaftlern und Pharmazeuten die Möglichkeit, im Rahmen des Programms verschiedene Abteilungen aus Forschung und Entwicklung – aber zusätzlich auch angrenzende Bereiche, wie beispielsweise das Projektmanagement oder die Zulassungs-Abteilung Regulatory Affairs – kennenzulernen“, so Oliver Lamm.

Und weiter: „Somit ermöglichen wir Berufseinsteigern einen außerordentlich frühzeitigen Überblick über die unterschiedlichsten relevanten Prozesse im Unternehmen – und somit natürlich auch interessante Entwicklungs-Perspektiven.“

Ein breites Bild also, das sich Absolventen bietet. Doch wie weit geht der Blick über den Tellerrand hinaus?

„Sofern möglich, bis nach Lateinamerika“, weiß Oliver Lamm, Vice President Global Human Resources, Grünenthal Pharma GmbH & Co. KG. „Wir halten den Austausch mit den Kollegen in den Länderstationen für wichtig. Deshalb sehen die Programme Auslandsstationen in den Tochtergesellschaften vor.“

Erstaunlich offen 

Ein Ansatz mit Anspruch. Auch das Chemie-Unternehmen OXEA GmbH setzt auf möglichst offene Perspektiven. Und zwar sowohl für Unternehmen, als auch für Young Professionals.

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Setzt auf `learning by doing´: Burkhard Quellenberg, Global Director Human Resources, OXEA GmbH
Dabei erstaunlich: Allzu eng setzt man den Rahmen von Trainee-Programmen für angehende Fach- und Führungskräfte nicht. „Natürlich haben wir einen Rahmen“, so Burkhard Quellenberg, Global Director Human Resources, OXEA GmbH, „aber den halten wir bewusst fast nie ein!“

Chaos oder Flexibilität? Dazu der Personalleiter: „Unsere Philosophie ist es, `learning by doing´ ganz pragmatisch zu leben. Das heißt, unsere Trainees arbeiten möglichst bereichsübergreifend und übernehmen sehr früh Verantwortung. Es geht also um Flexibilität, die im beruflichen Alltag aktiv gelebt wird, wenn beispielsweise ein Projekt sich anders entwickelt, als es zu übersehen war. Dann heißt es: Machen! Und diesen Prozess möchten wir durch allzu viele im Vorfeld gesetzte Rahmen nicht versperren.“

Generell, so erfahren wir, setzt man beim Chemie-Riesen OXEA GmbH deutlich auf den Faktor Vertrauen: „Wo es Sinn macht, laufen unsere Trainees mit“, erklärt Burkhard Quellenberg. „Das gilt für Projekte in der Praxis genauso, wie für interne oder externe Seminare im Rahmen der Personalentwicklung, sofern sich Interessenlagen und Entwicklungsbedarf vereinbaren lassen.“

Gleichermaßen großgeschrieben beim Chemie-Konzern OXEA mit Sitz in Oberhausen: Ein außergewöhnlich hoher Praxisbezug bei Seminaren. „Wir haben den Anspruch, Seminare zur Personalentwicklung grundsätzlich mit authentischen Inhalten und Praxisbezügen in Einklang zu bringen. Das bringt nicht nur die Teilnehmer, sondern auch das Unternehmen voran.“  

Offenheit, die sich bei der OXEA GmbH in der Möglichkeit spiegelt, programmbezogene Projektergebnisse der Geschäftsleitung zu präsentieren. „Das trifft beidseitig regelmäßig auf ziemlich positive Resonanzen“, freut sich  Quellenberg.

Austausch und Vernetzung: Management Challenge 

Beste Erfahrungen, die man auch in Aachen kennt. Die Grünenthal Pharma GmbH & Co. KG setzt gleichermaßen auf den frühzeitigen Kontakt von Young Professionals zum Senior-Management.

Hierzu gibt es sog. Breakfast Meetings – aber auch regelrechte Management Challenges mit der Möglichkeit, im Rahmen von Pitches der Geschäftsleitung eigene Ideen zu präsentieren. „Darüber hinaus“, so Oliver Lamm, Vice President Global Human Resources, Grünenthal Pharma GmbH & Co. KG, „sehen wir Mentoring Programme vor. Auch hier engagiert sich das Senior-Management teils persönlich.“

Fazit:
Auch der zweite Teil unserer Themenreihe über Top-Arbeitgeber – und ihre Bereitschaft, Eure Karriere-Wege aktiv mitzugestalten – zeigt: Am Arbeitsmarkt für Young Professionals kommt ganz schön was ins Rollen!
Unternehmen reagieren auf veränderte Marktsituationen – aber auch auf veränderte Bedarfslagen ihres Nachwuchses.

Unser kleiner Blick hinter die Kulissen zweier Unternehmen aus Pharma- und Chemie-Branche macht vor allem deutlich: Praxisbezüge im Rahmen von Trainee- und Talentprogrammen stehen weiterhin im Vordergrund.

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Henryk Lüderitz, Trainer & Coach: „Auffallend ist, wie offen und durchlässig beide Unternehmen ihre Maßnahmen zur Personalentwicklung gestalten.“
Auch Henryk Lüderitz, Management-Trainer, Coach und Spezialist für die Entwicklung von Führungskräften, sieht in der Bereitstellung von Maßnahmen mit hohem Praxisbezug eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl des geeigneten Arbeitgebers:

Erfreulicherweise zeigen beide Unternehmen viel Engagement zur Integration von Berufseinsteigern in den Unternehmensalltag. Auffallend ist, dass dabei beide Unternehmen sehr offen und mit einem hohes Maß an Durchlässigkeit bei der praktischen Gestaltung von Einstiegs-Programmen agieren. Wo man an der einen Stelle ggf. klarere konzeptionelle Rahmen fasst, lässt man an anderer Stelle Raum für gelebte Praxis. An Flexibilität im Umgang mit Young Professionals mangelt es jedenfalls keinesfalls. Im Gegenteil: Zeitgemäße Interessenslagen und Ausbildungsbedürfnissen wird man in beiden Unternehmen auf unterschiedliche Art aktiv und engagiert gerecht.
Wer aber nun wo am besten hinpasst, will gut überlegt sein. Generell bieten industrielle, konzernartige Strukturen durchaus Vorteile – und können für den einen zur reinsten Traumfabrik für seine Karriere-Ziele – für den anderen jedoch zur regelrechten Karriere-Falle – werden. Wichtig daher: Die ausgiebige Reflexion über die eigenen Interessen und Fähigkeiten – aber auch die Möglichkeiten und Rahmen, die die unterschiedlichsten Unternehmen ihrem Nachwuchs bieten.“

Ausblick:

Unsere Themenreihe zu „Top-Arbeitgebern“ geht noch weiter!
Seit gespannt u.a. auf geradezu süße Überraschungen ….

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