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Digitale Bewerbungstrends - Ein Gastbeitrag von Marketing Manager Christian Scherer

Vom Mobile Recruiting bis One-Click-Bewerbung

Ein Beitrag von Meike Kühlkamp

Die Digitalisierung macht vor nichts halt – und betrifft auch diejenigen, die sich beruflich neu orientieren möchten. Während noch vor 20 Jahren jedes namhafte Unternehmen, das etwas auf sich hielt, Stellenanzeigen für tausende von D-Mark in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung schalten ließ, lachen Recruiter und Headhunter heute über die analoge Suche nach Bewerbern, die vakante Arbeitsplätze besetzen könnten.

 

Christian Scherer, PR- und Marketingmanager bei der Online-Plattform richtiggutbewerben.de, ist Experte für digitale Kommunikation und Online-Bewerbungstrends.

Jobsuchmaschinen und Portale sprießen wie Pilze aus dem Boden, Soziale Job- Netzwerke wachsen und die technische Entwicklung bietet eifrigen Personal- und Recruitingabteilungen immer neue Wege, potenzielle Mitarbeiter zu akquirieren. Damit ihr auf dem Laufenden bleibt, zeigt euch Christian Scherer, Marketing- Manager von richtiggutbewerben.de und Experte für Online-Trends beim Thema Bewerbung und Karriere 3 wichtige Trends zum Thema Bewerbung, die ihr im Auge behalten solltet:

#1: Mobile Recruiting

Laut Statistischem Bundesamt nutzten im Jahr 2016 fast 50 Millionen Menschen ein Smartphone und waren damit mobil im Internet unterwegs. Das beschränkt sich natürlich nicht nur auf Whatsapp, Facebook und co: Auch zur Jobsuche nutzen vor allem jüngere Bewerber mobile Endgeräte. 2014 waren es in der Zielgruppe der 18 bis 24-Jährigen bereits 80 Prozent– und diese Zahl wird nicht geschrumpft, sondern eher noch gewachsen sein.

Natürlich stellen sich immer mehr Unternehmen darauf ein und optimieren ihre Karriereseiten und Stellenanzeigen so, dass sie perfekt für mobile Geräte geeignet sind. Mobile Recruiting, die Bereitstellung von Informationen und Anzeigen für Smartphones und Tablets, ist aber noch lange nicht der Normalfall. Der Vorteil einer mobilen Optimierung von Jobbörsen: Die Unternehmen bekommen schneller passende Bewerbungen, da Jobsuchende die Stellen eher finden, nämlich nicht nur Zuhause am Desktop-Computer, sondern auch im Park, in der Straßenbahn oder bei Freunden auf dem Sofa, wenn man mal eben etwas am Smartphone surft. Solltet ihr also vor allem auf die klassische Suche gesetzt haben, könnt ihr euch umstellen: Mit der mobilen Suche entgeht euch keine Anzeige mehr.

#2: Active Sourcing

Das Active Sourcing (also die aktive Suche) hört sich für den Jobsuchenden erstmal himmlisch an: Dabei geht es nämlich tatsächlich darum, dass nicht der Bewerber beim Unternehmen anklopft, sondern dass sich die Arbeitgeber und Recruiter auf die Suche nach passenden Kandidaten machen. Dabei gibt es vor allem zwei Wege: Online- und Offline. Offline präsentieren sich Firmen, die neue Angestellte suchen, vor allem auf Jobmessen, Karrieretagen oder Matching-Events zwischen Unternehmen und Jobsuchenden. Die größten Vorteile bietet Active Sourcing aber in der Online Variante: Dabei wird vor allem über Soziale Jobnetzwerke wie XING oder LinkedIn nach geeigneten Kandidaten gesucht.

Es ist allerdings nicht so, dass ihr als Bewerber die Beine hochlegen und warten könnt, bis die Personaler bei euch anklopfen. Ihr müsst immer noch Jobmessen besuchen, euch vorstellen und vor allem, wenn es um die Online-Präsentation geht, eure Profile so gestalten, dass ihr von den richtigen gefunden werdet. Im Online- Marketing spricht man von Keyword-Optimierung: Das heißt, dass euer Profil im Sozialen Netzwerk die Schlagworte enthalten sollte, die von den richtigen Personalern angefragt werden. Das kann knifflig sein: Oft hilft es, sich professionelle Hilfe zu holen und das Xing Profil optimieren zu lassen.

#3: One-Click-Bewerbung

Einige Unternehmen setzen beim Recruiting und der Akquise von Bewerbern für unbesetzte Stellen auf Schnelligkeit und Reduzierung von komplexen Bewerbungsprozessen. Die One-Click-Bewerbung ist eine solche Methode und wird vor allem in Sozialen Jobnetzwerken geboten: Dort ist es möglich, dass Unternehmen auch Stellenanzeigen schalten und dort diese Bewerbungsmethode akzeptieren. Wenn ein Bewerber sich für die Position interessiert kann er durch einen einzigen Klick auf den entsprechenden Button entweder das gesamte Online-Profil oder einen hinterlegten Lebenslauf direkt abschicken. Auf individuell gestaltete Unterlagen wie ein Anschreiben oder eine Anpassung des Lebenslaufs je nach Unternehmen wird dabei verzichtet. Die Qualifikationen, die im Lebenslauf oder im Profil stehen, müssen ausreichen.

Ob sich diese Form der Bewerbung durchsetzen wird, ist bei vielen Personalern und Recruitern umstritten, da sich die Anzahl derjenigen, die sich auch ohne wirkliches Interesse bewerben, deutlich erhöht – und so der Personalabteilung entsprechend Arbeit beschert, ohne dass sich ein wirklich interessierter Kandidat finden lässt.

Fazit: Wer heute auf Jobsuche geht, tut es digital – und sollte sämtliche Wege nutzen. Die mobile Jobsuche vom Smartphone wird immer leichter und sollte auch genutzt werden, da sie einen zeitlichen Vorteil bietet. Im Fall von One-Click-Bewerbungen kann man sogar mobil, sobald der passende Job gefunden scheint, innerhalb weniger Sekunden die Bewerbung abschicken. In jedem Fall bieten Jobnetzwerke wie XING oder LinkedIn eine gute Möglichkeit, dass auch Unternehmen und Headhunter direkt auf euch zugehen und vielleicht bald spannende Angebote ins Haus flattern.

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