The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Wie Young Professionals zur Digitalisierung stehen

Alles Digital, oder was?

Ein Beitrag von Julia Fähndrich

Wir schreiben das Jahr 2017. Was vor über 50 Jahren noch schiere Fiktion war, ist längst Normalität geworden. Na, gut. Ohne die Sache mit dem Zeitreisen und Beamen vielleicht. Aber selbst daran arbeiten Wissenschaftler längst. Dafür gehören Smartphones als virtuelles Kommunikationsmittel längst zum Alltag. Und die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam weiter voran, lässt die Welt enger zusammenwachsen. Das stellt auch Young Professionals zunehmend vor Herausforderungen – und das, obwohl sie es sind, die als eine der ersten Generationen von Digital Natives aufgewachsen sind. Doch, was im privaten Bereich so spielend leicht zu funktionieren scheint, wirf im Job viele Fragen auf. Zumindest hat das eine Umfrage der Stiftung Familienunternehmen ergeben.

 

Schlecht vorbereitet?

An der Digitalisierung kommt kein Unternehmen mehr vorbei. Jede kleine Schreinerei in jedem 500-Seelenort hat mindestens eine Homepage und Facebookseite. Doch solche Seiten wollen gepflegt werden, damit sie den gewünschten Effekt haben: Aufträge außerhalb der physischen oder analogen Kundenreichweite. In großen Unternehmen übernehmen Social-Media-Manager oder SEO-Agenturen die Pflege der virtuellen Präsenz der Firmen. In Familienbetrieben und Kleinunternehmen kommt diese Aufgabe meist einem Mitarbeiter zu, der sich derer eher so neben dem sonstigen Tagesgeschäft her annimmt. Unter solchen Umständen ist es natürlich schwierig, Young Professionals digitale Kompetenzen zu vermitteln.

Daher lautet gleichzeitig die gute und die schlechte Nachricht: Nur etwa die Hälfte der Young Professionals fühlt sich in ihrer Arbeitsumgebung gut auf die Digitalisierung ihrer Aufgabe vorbereitet. Und das, obwohl beinahe 87% davon der Überzeugung sind, dass sich ihre Jobprofile und damit die Ansprüche an sie selbst durch die fortschreitende Evolution der Digitalisierung zumindest sehr wahrscheinlich ändern wird in den kommenden Jahren. Das hat die Umfrage der Stiftung Familienunternehmen im Rahmen des 17. und 18. Karrieretages Familienunternehmen ergeben. Dabei bergen gerade die Young Professionals ungeahntes Potential für die Digitalisierung von Unternehmen.

 

Young Professionals als „Digitale Superhelden“

Als Digital Natives kennen Young Professionals die Schnelllebigkeit der virtuellen Welt. Kompetenzen, die sie sich ohnehin durch die private Nutzung von sozialen Medien angeeignet haben, können Unternehmen einen großen Vorteil verschaffen. Setzt der Betrieb dann noch auf gezielte Weiterbildung und Förderung in diesem Bereich, steht einem digitalen Erfolg kaum noch etwas im Wege. Voraussetzung hierfür ist natürlich eine bestimmte Offenheit der Geschäftsleitung und der Firmenphilosophie gegenüber den Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet. Denn anders als viele Old Professionals betrachten die Young Professionals die wirtschaftliche Digitalisierung eher als Chance. Sie bewerten sie durchweg positiver, obwohl sie sich den negativen Side Effects natürlich bewusst sind.

 

Chance oder Risiko Digitalisierung?

Dass die Digitalisierung eine Veränderung von Jobprofilen und Arbeitsplätzen mit sich bringen wird, steht fest. Denn das lässt sich seit Jahren und Jahrzehnten konstant beobachten. Dass die Digitalisierung hingegen stagnieren wird, ist eher unwahrscheinlich, betrachtet man aktuelle Forschungen und Entwicklungen. Die Frage ist also: Wie geht man mit der Digitalisierung von Märkten und Arbeitsplätzen um? Wenig überraschend hat die Umfrage der Stiftung Familienunternehmen ergeben, dass die Young Professionals der digitalen Veränderung aufgeschlossen gegenüberstehen. Für Unternehmen stellt die Kombination aus Einstellung der Young Professionals und der daraus resultierenden Einsatzbereitschaft und Kompetenz in Sachen Digitalisierung eine echte Chance für Betriebe dar. Auch, wenn so mancher Old Professional die Entwicklung eher skeptisch betrachtet.

Digitalisierung von Unternehmen und internen Arbeitsprozessen heißt auch mit der Zeit zu gehen. So verstehen Young Professionals laut Stiftung Familienunternehmen übrigens unabhängig vom Bildungsgrad die Digitalisierung als Möglichkeit der unternehmerischen Weiterentwicklung. Etwa bei der Verbesserung von Team übergreifender Zusammenarbeit. Dreiviertel aller bei den Karrieretagen Befragten erkennen in der Digitalisierung eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen und Teams. Und immerhin 66,5% sprechen ihr einen positiven Effekt auf die Work-Life-Balance zu. 56,5% versprechen sich darüber hinaus auch eine Steigerung der Lebensqualität bei der Arbeit.

Das Fazit der Unternehmensdigitalisierung ist also: Die gesamte Zusammenarbeit wird effektiver, die Young Professionals fühlen sich kompetenter und haben mehr Spaß an der Arbeit, während sie gleichzeitig ausgeglichener sind.

Und von entspannteren, fokussierteren und zufriedeneren Mitarbeitern mit Interesse an der Zukunft des Betriebes profitieren am Ende auch die Unternehmen. Ob Global Player oder Familienbetrieb.

 

Das große Aber!

Bei aller Positivität, sind auch Young Professionals nicht blind gegenüber den Nachteilen der Digitalisierung. Denn natürlich beinhaltet diese auch, dass gewisse Arbeitsprozesse beispielsweise nach Hause ausgelagert werden – Stichwort Home Office – und somit der Beruf plötzlich ins Privatleben eingreift. Das gleiche gilt für die Dauererreichbarkeit. Über das Firmenhandy gehen da schon mal auch am Wochenende und spätabends Calls und E-Mails ein. Das wirkt sich natürlich nicht ganz unerheblich auf den Stressfaktor aus. Das sehen auch Young Professionals und so sind sich beinahe 56% dem Stressanstieg, den die Digitalisierung beinhaltet, sehr wohl bewusst.

 

Das ist nicht spooky – das ist erst der Anfang!

Dass Meetings per Videokonferenz abgehalten werden, intra- und internetbasierte Apps die Unternehmenskommunikation steuern, bestimmte Aufgaben Zuhause erledigt werden oder 3D-Drucker Prototypen vor Ort herstellen … all das ist in vielen Unternehmen längst Realität. Doch die Digitalisierung macht beinahe täglich wahre Evolutionssprünge. Laut Recherchen des Handelsblatts werden Entwicklungen wie das Internet der Dinge, Big Data und intelligente Maschinen in den nächsten Jahren zu den neuen Standards der unternehmerischen Digitalisierung zählen.

Weiter ergab eine Umfrage von Bitkom Research, dass etwa 75% von Unternehmensmitarbeitern fest an die flächendeckende Verbreitung von 3D-Technologien bis 2030 glauben. Zwischen 40 und 60% denken im Rahmen der weiteren Digitalisierung an den Einsatz von Datenbrillen und Drohnen in Unternehmen. 13% der Befragten erwarten sogar virtuelle Klone ihrer Person. Das klingt für den ein oder anderen etwa so unglaublich, wie 1960 noch Smartphones. Und bis 2030 ist ja noch ein bisschen hin. Zum Glück gibt es die Young Professionals. Für Unternehmen stellen sie bei der Digitalisierung eine echte, vielleicht sogar die einzige Chance dar.

 

Henryk, wie siehst Du das denn?

Wie immer wollen wir auch den Aspekt der Digitalisierung der Arbeitswelt von allen Seiten beleuchtet wissen und lassen deshalb an dieser Stelle Führungskräftetrainer und Business-Coach Henryk Lüderitz zu Wort kommen.

„Wenn das Thema auf Digitalisierung und Young Professionals kommt, so wie hier z.B. bei der Podiumsdiskussion auf der Hannovermesse, werde ich häufig um meine Einschätzung als enger Praxisbegleiter der Young Professionals gebeten. Im Alltag von Seminaren & Workshops bin ich zunehmend überrascht, dass die Chancen der digitalen Arbeitswelt auch von jungen Talenten massiv unterschätzt werden. Selbstverständlich kennen alle Facebook & Co., sind aber blass erstaunt, wenn wir im Seminar gemeinsam über diesen Tellerrand hinaus schauen.

Deshalb an dieser Stelle mein Impuls an euch Young Professionals: Bleibt wach & neugierig. Es reicht heute nicht mehr aus, die gängigen Social-Media-Player zu kennen und zu nutzen. Erkennt eure Rolle als Gestalter dieser Revolution der Arbeitswelt. Besonders in Deutschland ziehen wir uns gerne in unsere Komfortzone zurück und meckern aus dieser heraus. Wer das tut, wird vom digitalen Zug einfach stehengelassen. Also, bleibt dran, erforscht weiter und gestaltet mit! Geht dafür ruhig auch auf eure Chefs zu und weckt sie, falls sie dabei sind, die Digitalisierung zu verschlafen. Fordert, damit man euch fordert und fördert!!

Mein Impuls an die Unternehmen: Julia hat es oben sehr gut auf den Punkt gebracht: in den Unternehmen schlummern wahre Schätze der Digitalisierung. In Form von Young Professionals, die es in ihrer Freizeit lieben, die digitale Welt zu nutzen und zu gestalten.

Liebe Unternehmen und liebe Führungskräfte: Bitte sucht und erkennt diese Know-How-Perlen und pflegt sie weiter. Lasst ihnen den Freiraum, die digitale Welt in´s Unternehmen zu bringen. Auf diesem Wege haben sie als Führungskraft und Unternehmer gleich zwei Vorteile:

  1. Sie sparen sich teure Berater mit strategischen Konzepten zur Digitalen Transformation, die eh nicht umsetzbar sind und nur das Konto des Beraters zukunftssicher machen.
  2. Lassen sie die kreativen jungen Köpfe die digitale Revolution im Unternehmen (mit)gestalten, erzeugen sie damit Motivation und emotional gebundene Mitarbeiter. In Geld ausgedrückt: unbezahlbar!!

Meine Erfahrung von vielen zufriedenen Kunden zeigt mir, dass auch in der digitalen Welt ein altes Motto seine Gültigkeit behält: Die einfachen Dinge richtig machen! Investieren sie also ihre Zeit und Geld lieber in die internen Ressourcen und Kreativitätsquellen. Und falls sie nicht wissen, wie sie das anstellen sollen, sprechen sie mich einfach an, bevor andere Unternehmen sie noch weiter abhängen…

Und Ihr so?

Uns interessiert natürlich auch brennend, wie ihr als Young Professionals mit Potential zur Digitalisierung steht! Seht ihr eine Chance in der Digitalisierung oder schüchtert sie euch ein? Lasst doch gerne einen Kommentar da!

Der Newsletter für Young Professionals

Was seht ihr in der Digitalisierung?


Kommentieren