The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Wann weniger tatsächlich mehr ist:

Das Glück ist mit die Doofen?

Ein Beitrag von Tanja Kaiser

Durchaus! Und zwar nicht nur dann, wenn das angestrebte Berufsziel IT-Girl oder Pornostar ist. Warum das so ist …

shutterstock_200649053

Na ja, zum Einen wirkt sich hier und da die Hierarchie der Unfähigkeit – gemeinhin bekannt als das „Peter-Prinzip“ – zum Nachteil von Kompetenz, Engagement und Umsichtigkeit aus. Zum anderen gibt es im Berufsleben immer wieder Situationen, in denen allgemeine Anzeichen von Intelligenz – wie beispielsweise eine schnelle Auffassungsgabe – sich nicht selten in Schlagfertigkeit äußern. Und sich deshalb als böse Falle erweisen können. Also: Gerade in Team-Besprechungen mit Vorgesetzten sind eher Zurückhaltung und freundliches Lächeln gefragt. Eigenschaften, die man doch ansonsten eher dem hübschen, aber blöden Blondchen zuspricht, als dynamischen, engagierten, gebildeten Menschen. Fazit: Wie so oft im Berufsleben geht es auch hier um die richtige Balance….

Lüderitz rät: 
1. Basics: Augen auf bei der Wahl des Arbeitsplatzes
Gedanklich nicht nur an eingangs erwähntes „Peters Principle“ anknüpfend, sollte erfolgswilliger Managementnachwuchs sich genauestens überlegen, wo er arbeiten möchte, denn:

Die Unterschiede zwischen kleinen bzw. mittelständischen Unternehmen und Konzernen sind gerade in Bezug auf Innovationsfreudigkeit, Abstimmungskultur und Entscheidungswege immens groß. So bieten mittelständische „Hidden Champions“ weitaus mehr Möglichkeiten, sich einzubringen und Projektabläufe von A bis Z zu begleiten, als DAX-Unternehmen. Hier bleibt der Einzelne in der Regel eine Nummer im System.

Gefährlich wird´s wenn Vorgesetzte sich nach langjähriger Betriebszugehörigkeit im Unternehmen allzu wohl – und zugleich sehr sicher – fühlen. Hier ist engagierter, ideenreicher Nachwuchs geradezu unerwünscht – und wird zuweilen vom direkten Vorgesetzten unsanft ausgebremst.

2. Für Fortgeschrittene: Schlau sein – oder dumm stellen – richtig dosieren…
… und allzu Komplexes einfach „versimpeln“. Denn Simples muss nicht dämlich sein, sondern kann sogar richtig smart wirken. Diesen Effekt kennt jeder von Präsentationen. Je länger und komplexer, desto langweiliger – und unwirksamer. Je knapper und einfacher, desto eingängiger. Welcher Autor dabei der klügere war, spielt leider selten eine Rolle. Das Ergebnis zählt! Und das  liegt, wie Schönheit, im Auge des Betrachters. Gleiches gilt für vorschnelle Reaktionen in Meetings! Wer wagt gewinnt gilt hier leider nicht immer – selbst wenn der Unfug, den es zu kommentieren gilt, noch so groß und grob ist. Ggf. ist es also besser, auf Unverständnis stoßende Äußerungen zunächst – im Rahmen des Meetings – vollkommen umkommentiert zu lassen und weiteres Vorgehen abzuwarten. Kritik übt sich galanter unter vier Augen, ohne zu kompromittieren, ohne im Schnellschuss-Verfahren zu riskieren, sich ggf. auch zu irren. Eine Situation also, in der Zurückhaltung gegenüber Schlagfertigkeit obsiegen kann. In diesem Sinne ist das Glück also tatsächlich „mit die Doofen“ – oder sagen wir lieber: Mit den Dosierungskünstlern.

Dazu auch interessant:

„Gute Leistungen gut kommunizieren“ – Henryk Lüderitz rät in der ELEKTRONIK 12/2015 zum Thema Selbstmanagement. Den vollständigen Artikel, erschienen im Juni 2015, finden Sie in unserem Presse-Portal unter www.luederitz.eu

Der Newsletter für Young Professionals

Welche Erfahrungen hast Du mit der Strategie "dumm stellen" bereits gemacht?


Kommentieren