The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Karrieretag Familienunternehmen in Ingelfingen

Durchstarten beim Hidden Champion

Ein Beitrag von Henryk Lüderitz

Quelle: Entrepreneurs Club

50 TOP-Arbeitgeber treffen auf exklusiv ausgewählte Fach- und Führungskräfte. Was nach einem elitären Club klingt, gehört tatsächlich zu einem der führenden Karriere-Events: Dem Karrieretag-Familienunternehmen! Vom Entrepreneurs Club seit vielen Jahren erfolgreich organisiert, hat sich das Event zu einem echten Geheimtipp in Sachen Karriere beim Hidden Champion entwickelt. Ob es vor Ort dann wirklich so „HOT“ zugeht, wie sich die Fakten lesen? Ich war exklusiv für euch dabei …

So „hidden“ sind diese Champions gar nicht

Das ist zumindest mein erster Eindruck beim Blick auf die Liste der teilnehmenden Unternehmen. Auf der Homepage des Karrieretages stellen sich die Unternehmen sehr persönlich vor. Und es sind mehr bekannte Marken dabei, als man beim Schlagwort „Hidden Champion“ vermuten würde. Von Würth über Kärcher, bis zum Gastgeber, der Bürkert-Gruppe, sind durchweg führende Hersteller vor Ort vertreten. „Hidden“ ist in diesem Fall tatsächlich der Ort Ingelfingern.

Modernes, offenes Design mit klaren Linien. Dieser Campus macht Ingelfingen zum „Silicon Valley“ von Süddeutschland.
Quelle: LDZ

Wirklich verstecken muss sich der Campus des Gastgebers aber nicht: eine große Location mit modernem Design, nach der sich sicherlich einige Dax-Konzerne die Finger lecken. Einige besonders engagierte Teilnehmer finden sich bereits am Vorabend am Veranstaltungsort. Sie wollen das Terrain vorab erkunden, um sich am nächsten Tag nicht zu verirren und Wege zu checken. Denn: Wer alles mitnehmen will, was geht, ist auf das richtige Timing angewiesen.

 

Klasse statt Masse

Karrieretage sind für mich mittlerweile zur Routine geworden und dennoch fällt mir dieses Mal eines besonders auf: die Atmosphäre. 

Gespannte Teilnehmer bei der Eröffnungsansprache. Gleich startet hier das gut organisierte gegenseitige präsentieren von Kompetenzen!
Quelle: LDZ
 Alle Teilnehmer wirken professionell: smart gekleidet, treten sortiert und selbstbewusst auf, Türen werden wie selbstverständlich aufgehalten. Geübt ist geübt – oder doch vielleicht gekonnt? Hier möchte jeder Gas geben, keiner abgehängt werden. Angeregte Gespräche und interessierte Blicke füllen den Campus und das, obwohl die Veranstaltung noch nicht einmal begonnen hat – ein gemeinsames Gefühl von Elite. Ist das nur die Ruhe vor dem Sturm und gleich werden die Ellbogen ausgefahren?

 

Topmodel trifft Top-Arbeitgeber

„So begehrt wie Deutschland´s Top-Model sind qualifizierte Fach- und Führungskräfte“ sagt Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen in seinen Begrüßungsworten. Begehrt sind die teilnehmenden Firmen mindestens genauso. Zumindest belegt die Studie der TU München, dass Arbeitsatmosphäre und Teamgeist zu den ausschlaggebenden Faktoren bei der Wahl des Arbeitgebers gehören.

Quelle: Entrepreneurs Club

Doch damit nicht genug: Bei insgesamt neun von 14 Kriterien bewerten junge Akademiker Familienunternehmen als die besseren Arbeitgeber. Offensichtlich besteht hier vor Ort also ein großes „Matching-Potenzial“!

 

Wasser predigen und Wasser trinken?

Tatsächlich zeigen sich die familiengeführten Unternehmen deutlich aktueller und flexibel. Sie schaffen es offensichtlich besser, schnell auf die Veränderungen der Arbeitswelt zu reagieren und umzuplanen. Deutlich schwerer tun sich da die Schwergewichte der Branche: Hier heißt es oft nur predigen statt umsetzen. Während dort neue Richtungen und Visionen zunächst diskutiert und dann im Hochglanz an die Mitarbeiter verkauft werden, sind die „kleineren“ Konkurrenten schon ein Schritt weiter. Der Wandel gelingt den großen Schlachtschiffen natürlich auch, aber langsam und beschwerlicher, das kann ich durch meine Zeit bei Vodafone und während meiner Arbeit als Führungskräftecoach bestätigen. Ein Trumpf für inhabergeführte Unternehmen: Der Inhaber ist im Business dabei und nicht eine virtuelle Gruppe von Aktionären, die auf kurzfristige Ergebnisse hoffen.

Eröffnungsansprache im Campus der Bürkert-Gruppe.
Quelle: Entrepreneurs Club
Ist der Firmenlenker von einer notwendigen Strategie überzeugt, wird gehandelt, statt diskutiert. So berichtet z.B. Heribert Rohrbeck (Geschäftsführer der Bürkert-Gruppe) davon, dass in seinem Unternehmen Abteilungen aufgelöst wurden, um bereichsübergreifend mit wenigen Schnittstellen zusammenzuarbeiten. „Die Verantwortung liegt nun stärker in den Teams.“

 

Buzzword: Flache Hierarchien

Damit versuchen die Schlachtschiffe der Branchen in ihren Stellenanzeigen auch zu punkten. Steckt hier mehr dahinter? Eindeutig: JA! Ich bin bei meinem Besuch von Stand zu Stand gezogen und habe mir einen Eindruck verschafft. Das Standpersonal ist mindestens mit den verantwortlichen Personalleitern vor Ort. In fünf von sechs Gesprächen hat sich dann der Inhaber direkt bei mir vorgestellt oder parallel mit anderen Interessenten gesprochen.


Henryk Lüderitz, Experte & Trainer für die Entwicklung von jungen Fach- und Führungskräften, im Gespräch mit Carletta Heinz, Geschäftsführende Gesellschafterin der HEINZ-GLAS GmbH & Co. KGaA
Quelle: Entrepreneurs Club

Direktkontakt zum Firmenlenker in wenigen Minuten? Ein Alleinstellungsmerkmal dieser Veranstaltung und ebenso für den Charakter von inhabergeführten Familienunternehmen.
 Übrigens: Die Kontakte werden teilweise sogar schon vor der Veranstaltung hergestellt und Einzelgespräche vereinbart. Es gibt vor Ort zahlreiche Lounges und Besprechungsecken, in denen sich Teilnehmer und Firmen interessiert über Details zu den zu besetzenden Stellen und Karrieremöglichkeiten austauschen.

 

Fazit: Champions League der Karriere-Events

Dürfte ich ein Prädikat oder eine Auszeichnung vergeben (ist im Moment ja ein riesiger Trend, ich überlege mir dazu mal etwas…) würde hier „besonders zu empfehlen“ stehen. Ausgewählte Fach- und Führungskräfte treffen zweimal pro Jahr auf Top-Unternehmen, die seit Jahren erfolgreich von Inhaberfamilien geführt werden.
Dass diese Veranstaltung allerdings schon lange kein Geheimtipp mehr ist, dafür sprechen knapp 2.700 Bewerber, aus denen lediglich 650 ausgewählt wurden.

Jeder Platz ist hier hart umkämpft: Zum Check-In durften nur 650 von fast 2.700 Bewerbern!
Quelle: Entrepreneurs Club

Zu meiner Mission euch als Young Professionals interessante Wege zur persönlichen Entwicklung zu zeigen, passt diese und folgende Veranstaltungen natürlich hervorragend. Deshalb an dieser Stelle noch einmal ein großes Danke: an die Initiatoren, alle Denker und Umsetzer und natürlich Mitmacher.

Ihr habt den Karrieretag verpasst? Nächste Chance: am 10. November 2017 in Bielefeld bei der Firma Schüco. Auch dort werde ich wieder mit dabei sein und berichten. In meinem nächsten Artikel bleibe ich beim Thema Karrieretag Familienunternehmen. Ich habe nämlich eine Teilnehmerin im Interview, die dort ihren perfekten Arbeitgeber gefunden hat und dort als Young Professional Karriere macht. Seid also gespannt…

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