The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Karriereplanung: Zum Umgang mit anspruchsvollen Vorgesetzten

Ist das noch Chef – oder schon Diktator?

Ein Beitrag von Tanja Kaiser

Er meckert vor versammelter Mannschaft? Behauptet heute, gestern nichts gesagt zu haben? Oder aber: Lässt alles schleifen und macht auf Kumpel? Chefs sind Menschen. Deshalb ist jeder Chef anders. Wie kommt man mit den unterschiedlichsten Chef-Typen klar? Wir starten mit dem Tyrannen …

Diktator-Militär-shutterstock_268477382

Willkürliches Rumschreien, cholerische Anfälle. Der autoritäre Führungsstil gerät zunehmend aus der Mode – und dennoch: Ein paar Exemplare soll es immer noch geben. Die Frage ist: Wie kann man einem solchen Chef geschickt die Stirn bieten, ohne Gefahr zu laufen, seinen Job zu verlieren?
Denn: Problematisch ist, dass Führungskräfte mit tyrannischen Zügen in aller Regel selbst unter ziemlichem Leistungsdruck stehen. Konstruktive Gespräche sind daher nur selten möglich. Wie kann man sich dennoch schützen?

Hilfreich ist folgender kurzer Erfahrungsbericht von Henryk Lüderitz, Trainer und Coach:
„Von einer sehr erfahrenen Führungskraft habe ich eine geschickte Methode erfahren, wie man einem cholerischen Vorgesetzten die Stirn bieten kann. In seinem Fall bestand die monatliche Führungskräfte-Tagung zu 90% aus cholerischem Geschrei seines Chefs. Abbekommen haben es mehr oder weniger alle. Irgendwann haben sich die Kollegen zusammengesetzt und überlegt, wie Sie dem Chef Einhalt gebieten können – ohne dabei den eigenen Job zu riskieren. Sie sind zu der Idee gekommen, im nächsten Meeting einfach keinen Ton zu sagen und auf das Geschrei des Chefs nicht zu reagieren. Das Ziel war, so lange ruhig zu sein, bis der Chef durch diese Wand des Schweigens zum Nachdenken angeregt wird.

Der Effekt war erstaunlich. Nach dem anfänglichen Geschrei und der schweigenden Reaktion seiner Untergebenen kam Unsicherheit beim Vorgesetzten auf und er brach das Meeting ab. Die Verunsicherung wurde in den folgenden Tagen sogar so groß, dass er in Einzelgesprächen auf seine Mitarbeiter zuging und die Gründe für die außergewöhnliche Reaktion erfragen wollte. Ab diesem Zeitpunkt war er sogar für ein konstruktives Feedback offen. Es geschehen also doch noch Zeiten und Wunder.“

Bleibt dran: Wir widmen uns regelmäßig den unterschiedlichen Arten von Chefs. Ihr habt ganz spezielle, scheinbar unlösbare Probleme mit Eurem Vorgesetzten?

Schreibt uns einfach: redaktion@theyoungprofessional.de

www.luederitz.eu

Der Newsletter für Young Professionals


Kommentieren