The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


In Meeting & Chef-Gespräch souverän bestehen

Lampenfieber im Büro? Tipps von Henryk Lüderitz

Ein Beitrag von Henryk Lüderitz

Kritische Blicke, gnadenlose Rückfragen. Es fühlt sich bei jedem ein bisschen anders an – und dennoch kennt ihn jeder: Den fetten Kloß im Hals vor einer Präsentation, einem wichtigen Meeting oder dem entscheidenden Gespräch mit dem Chef. Was kann man dagegen tun…?

Vorweg: Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade gegen Lampenfieber und Prüfungsangst #LampenFieberTipps auf dem LVQ Karriere Blog.
Ein besseres Timing hätte es nicht geben können, denn auch ich habe ihn ab und an, den berühmten Kloß im Hals. Und in dieser Woche war ich auf gleich drei Vortrags-Veranstaltungen in ganz unterschiedlichen Umgebungen und Kontexten unterwegs. Auch für mich als Vortrags-Profi immer wieder spannend. Entsprechend möchte ich für Euch eine Art „best of“ zusammen stellen, also die Tricks, die nahezu überall – auch bei Euch im Büro – funktionieren.

MCD_Luederitz3 Kopie

Angefangen hat die Vortragswoche bei den Junioren des Marketing-Clubs Düsseldorf auf dem Rheinturm (link RP), danach war ich in Thüringen beim Treffpunkt Mittelstand (link) und zum Abschluss noch auf der IAA in Frankfurt (link).

Tipp 1: Story statt einzelner Worte
Ein sehr großer Teil des Lampenfiebers war bei mir oft darin begründet, nicht die richtigen Worte zu finden. Kennt ihr bestimmt auch, oder? Dieser Angst lässt sich recht einfach die Grundlage entziehen, wenn man gar nicht bestimmt Worte oder gar Sätze benötigt um seine Präsentation perfekt zu halten. Versucht also bitte nicht vor einer Präsentation eine Begrüßung oder eine Einleitung zu formulieren, an die Ihr Euch dann halten wollt.

Als Kampfsporttrainer nutze ich im Training für „verbissen-perfektionistisch“ trainierende Schüler folgende Erklärung: Keine Situation in der Zukunft lässt sich exakt planen und im Vorfeld konstruieren. Man muss nehmen, was geboten wird, auf seine Kompetenz vertrauen und intuitiv das Richtige machen. Versucht man, sich den perfekten Plan zurecht zu legen und etwas Unerwartetes passiert, ist der ganze Plan dahin und die Panik setzt ein.

Viel sinnvoller ist es, sich eine Kernaussage plus 2-3 dahin führende Punkte zu merken. Sozusagen die Eckpunkte Eurer Präsentation.
Praxisbeispiel aus meinem Vortrag „Weg an die Spitze“.
Es geht darum, wie Young Professionals besser Karriere machen können. Meine Eckpunkte sind: Der richtige Einstieg, Arbeitsergebnisse verkaufen und Überlebensstrategien für junge Chefs.
Mit diesen Meilensteinen sind meine Worte bei jedem Vortrag ein bisschen anders. Gestern auf der IAA habe ich bestimmt ganz anders formuliert, als beispielsweise bei der CeBIT oder der Hannovermesse. Die Story ist mit Sicherheit gleich geblieben.

Tipp 2: Kloß im Hals einfach weg reden
Ja! Das kann man tatsächlich: Den berühmten Kloß im Hals einfach weg reden. Je näher der Auftritt kommt, um so trockener und hölzerner wird das eigene Sprachorgan.
Durch Zufall habe ich irgendwann an mir selbst entdeckt, dass der Knoten im Hals weniger schlimm war, wenn ich mich kurz vor der Präsentation noch mit jemandem unterhalten habe, z.B. einem anwesenden Kollegen. Pünktlich zum Präsentationstermin bin ich dann nach vorne gegangen und war viel besser „eingeredet“ als ich es sonst war, wenn ich meine ersten Worte noch am Kloß im Hals vorbei pressen musste.
Diesen Trick baue ich mittlerweile immer weiter aus, in dem ich mich z.B. schon 5 Minuten vor der Präsentation mit den Anwesenden unterhalte. Besonders bei größeren Veranstaltungen über Mikro /Headset ist das sehr unterhaltsam für die Zuhörer, wirkt sehr professionell und baut gleichzeitig meinen Kloß im Hals ab.

In diesem Sinne wünsche ich Euch viel Erfolg bei der Arbeit an Eurer Präsentation. Wenn Ihr möchtet, unterstütze ich Euch dabei gerne, sprecht mich einfach an!

 

Der Newsletter für Young Professionals


  • Klaus am 24. August 2016 um 13:01

    Das sagt eigentlich alles aus, was man wissen muss: „Keine Situation in der Zukunft lässt sich exakt planen und im Vorfeld konstruieren.“Sehr interessanter Artikel!

    • Henryk Lüderitz am 24. August 2016 um 20:57

      Hallo Klaus,
      Vielen Dank für Deinen Kommentar und das Lob.
      Grüße,
      Henryk

  • Magda am 7. Februar 2017 um 8:28

    Sehr schöner Artikel!
    Ergänzend dazu: Mir persönlich hilft’s ca. 10-15 Minuten vor der Prüfung all meine Ängste aufzuschreiben.
    So werden sie laienhaft ausgedrückt nicht mehr im Kopf, sondern „extern gespeichert“.
    Mir hat das immer geholfen – dem nächsten, der hier in die Kommentare schaut ja vielleicht auch 🙂
    Liebe Grüße
    Magda

    • Henryk Lüderitz am 7. Februar 2017 um 23:45

      Hallo Magda,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Kleine Ergänzung von mir: Den Zettel dann wegzuschmeissen könnte einen zusätzlichen „Kick“ geben. So funktioniert es z.B. bei Kindern, wenn man ein „AUA“ einfängt und in den Papierkorb wirft 😉
      Liebe Grüße,
      Henryk

  • Kommentieren