The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Interview mit einem Network-Profi:

Manche mögen’s heiß …

Ein Beitrag von Tanja Kaiser

Social Media ist in. Social Media kann aber (fast) jeder. Deutlich heißer sind Netzwerke, die wirklich belastbar sind. Vor allem, wenn es darum geht, beruflich in großen Steps voran zu kommen. Wie geht das? Wir sprachen mit einem, der es wissen muss: Nicholas Lam-Thien, Vorsitzender der JUMPS – Junior Marketing Professionals im Marketing-Club Düsseldorf, meint „Social Media ist gut – persönliche Netzwerke sind besser“

Nicholas Lam-Thien hat sich als Marketing Professional fest etabliert. Seit über 8 Jahren ist er im Marketing Business erfolgreich. Zugleich ist er Vorsitzender und Sprecher der JUMPS (Junior Marketing Professionals) im Marketing-Club Düsseldorf. Seit 2014 hat der Profi-Netzwerker auch einen festen Platz im Beirat des Marketing-Clubs Düsseldorf. Erfolg, der sich gegenseitig bedingt? Gut möglich. Ganz ausgezeichnet findet der 30-jährige jedenfalls die Optionen, die ihm Club-Mitgliedschaft und Engagement in den Gremien des Fachverbandes bietet.

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Wir möchten von Nicholas Lam-Thien wissen, welche konkreten Vorteile er in Club- und Verbandsmitgliedschaften gegenüber Social Media sieht. Lässt sich die individuelle Karriereplanung durch Engagement in Berufs- und Fachverbänden optimieren?

Netzwerk-Basis für direkten Zugang zu Entscheidern

„Mitglied bin ich schon lange“, berichtet Nicholas Lam-Thien, „da der Marketing-Club mir als professionelle Netzwerk-Basis direkten Zugang zu top-aktuellem Wissen und wirklichen Entscheidern bietet.“

Eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Entscheidung für einen Vertreter der Generation Social Media. Mitgliedschaften in Verbänden spielen für viele keine Rolle mehr. Wenig sexy – so scheint es. Dabei völlig unterschätzt: Berufs- und Fachverbände bieten geradezu ausgezeichnete Voraussetzungen für tatsächlich belastbare, zielführende Network-Aktivitäten. Gerade in schnelllebigen Zeiten sind Clubs also zukunftsweisender, als viele glauben.

Netzwerk-Profi Nicholas Lam-Thien beschreibt den Effekt so: „Jeder, der Marketing lebt und gewillt ist, weiterzukommen und sich zu entwickeln, ist früher oder später bei uns im Club zu Gast. Die lokale Marketing-Welt ist groß – aber auch kleiner als man denkt, wenn man in dieses Netzwerk eintaucht! Genau das bringt große Vorteile.“

„Ohne persönlichen Austausch läuft nichts …“

Nicholas Lam-Thien ist sich sicher: „Der Dialog zwischen Mitgliedern im Club ist extrem wichtig. Das passiert vor und nach den Vorträgen bei einem Bier und einem kleinen Imbiss. Wir nennen das `get together´. Ohne diesen persönlichen Austausch läuft nichts – keine Verbindung, kein Vertrauensaufbau, keine Empfehlung. Du musst also präsent sein und auch in Gespräche einsteigen. Nur so entwickelt sich ein Gefühl, wer interessant für Dein Geschäft sein könnte. Es kommen jedes Jahr neue Mitglieder in den Club, so bleibt die Dynamik erhalten und es bilden sich ganz neue Netzwerke.“

Persönliches Setting also. Auftreten, Präsenz, aktive Gesprächsführung als Schlüssel zum Erfolg. Wie kam es für den Marketing-Professional zu der Entscheidung, sich über die normale Mitgliedschaft hinaus, noch stärker in die Aktivitäten des Clubs einzubringen? Schließlich kostet das Zeit und Energie. Aufwand, den viele Young Professionals scheuen. Nicht so Nicholas Lam-Thien. Für ihn liegt der Reiz gerade im aktiven Engagement:

Out of the Box

„Wichtig ist, selbst aktiv zu werden. Im Club kannst Du Geschäftsideen präsentieren, Dir Meinungen einholen oder sogar Investoren finden. Ganz nach dem Prinzip „Action – Reaction“. Das ist auch mein Weg gewesen und ich werde unser Netzwerk weiter nutzen. Die Clubmitglieder haben in den verschiedensten Branchen zutun, daher gibt es auch viel `Out of the Box´-Denken.“

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Energie am richtigen Platz: Nicholas Lam-Thien,Vorsitzender der JUMPS – Junior Marketing Professionals im Marketing-Club Düsseldorf sieht im Engagement für Fachverbände riesige Chancen, den persönlichen Erfolg zu fördern

Was den Aufwand zum aktiven Club-Engagement angeht, so sieht Nicholas Lam-Thien hier vor allem für Leute, die Ideen vorantreiben, sich entwickeln und andere zusammenführen möchten, eine riesige Chance, den persönlichen Erfolg zu fördern. Eine Chance, die der Marketing-Profi selbst gut zu nutzen wusste:
„Der Düsseldorfer Marketing-Club ist sehr professionell geführt. Wir haben einen hoch besetzten Beirat mit echten Top-Entscheidern von Firmen wie 3M, McKinsey oder Düsseldorf Messe & Congress. Alle bemühen sich, Zeit in die Community zu investieren, auch wenn das bezüglich der Zeitkomponente durchaus schwer ist. Daher brauchen wir in der Führungsebene des Clubs immer Persönlichkeit, die einerseits gut verdrahtet sind und andererseits auch die Erfahrung mitbringen, inhaltliche Themen und revolutionäre Gedanken von innen heraus anzustoßen und zu treiben. Als der frühere Juniorensprecher Maik Pötschke wegen Umzug nach Frankfurt a.M. ausstieg, wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte das Amt zu übernehmen. Da ich mich zu 95% am Tag mit Marketing im Rahmen meines Unternehmens beschäftige, war ich angetan von dem Gedanken, Gleichgesinnte zusammenzuführen und an der Entwicklung des Clubs ein Stück beizutragen.“

Eine jüngere Entwicklung des Clubs liegt in der Idee zu JUMP – den Junior Marketing Professionals des Marketing-Clubs Düsseldorf. Was ist neu – und worum geht es überhaupt?
„Die Junioren gibt es schon länger. Wir haben allerdings den Namen JUMP vor ein paar Monaten eingeführt, um die Kernidee kommunikativ zu untermauern, dass sich hier junge Führungskräfte des Marketings treffen. Die unter 35 jährigen Junioren haben ein gesondertes Veranstaltungs-Programm, organisiert durch sechs bis acht Personen des Junioren-Vorstandes, und profitieren von einer günstigeren Mitgliedschaft. Jedes Jahr trifft man die nationalen Junioren aus den anderen Clubs auf Veranstaltungen wie der Nationalen Junioren Tagung, die immer in einer anderen Stadt stattfindet und aussergewöhnlich ist. Hier trifft junge Motivation auf Aufgaben von richtigen Unternehmen in Workshop-Form und natürlich auch auf eine grandiose Party.“

„Energie am richtigen Platz … „

Bemerkenswert: Zurück kommt Lam-Thien immer wieder auf den persönlichen Faktor. Den Nutzen von Online-Netzwerken stellt er hierbei keineswegs in Frage, hinterfragt jedoch Stellenwert, Aussagekraft und Botschaft an das Gegenüber:
„Wir alle haben Profile auf Xing, Twitter, Facebook, Instagram, Linkedin – das ist Teil unseres Jobs und vereinfacht das Kontakthalten. Aber wenn Dir etwas wirklich wichtig ist, dann muss diese Energie auch am richtigen Platz ankommen! Dabei hat der persönliche Weg die größte Erfolgschance – das merke ich immer wieder. Jemanden offline zu treffen baut eine ganz andere Verbindung auf – ich würde sagen, dass auch die Zeit eine extreme Rolle dabei spielt. Sich Zeit für den anderen nehmen, das ist heute in einer Welt wo keiner Zeit hat, ein enormes Beweisstück, dass man auf Dich bauen kann. Im Moment treffe ich mich mit einem anderen Clubmitglied, um einen Auftrag abzuwickeln. Wir treffen uns öfter als nötig, aber das ist wichtig, um auch andere Gedanken und auch ganz andere Netzwerke zu öffnen. Wir entdecken immer mehr Synergien. Per E-Mail hätte dieser Austausch so nie stattgefunden.“

Auf dem Weg nach oben

Persönliches Setting fördert die Karriere. Drehen wir das Gedankenspiel um: Inwieweit fördert das Engagement für einen Verband die sozialen Kompetenzen? Netzwerk-Profi Lam-Thien sieht einen solchen Effekt nur bedingt:

„Soziale Kompetenzen sind ein wichtiger Erfolgsfaktor. Übrigens auch, um innerhalb der Club- oder Verbandsarbeit erfolgreich zu sein. Die Aufgabe, sich in Sachen Sozialkompetenz fit oder fiter zu machen, sehe ich aber eher bei jedem selbst oder auch den Unternehmen. Da sollte sich stärker mit den Themen Führung, Team-Arbeit, Delegation etc. auseinander gesetzt werden. Ein Verband kann jedoch, wie JUMP es macht, durchaus Brücken bauen.“

Kein bloßes Lippenbekenntnis. Nicholas Lam-Thien ist sich als Vorsitzender von JUMP der Wichtigkeit von Führungs- und Karriere-Themen bewusst. Für einen Vortrag im Rahmen eines JUMP-Club-Abends hat er deshalb Henryk Lüderitz, Coach und Spezialist für die Entwicklung junger Führungskräfte, engagiert. Warum hat er sich für Henryk Lüderitz entschieden?
„Henryk hat in seiner Karriere bereits viel Führungsverantwortung getragen und sich in kurzer Zeit stark weiterentwickelt. Auch sich selbständig zu machen, bedeutet Risiko eingehen und an seinen Erfolg glauben zu können. Das sind tolle Eigenschaften. Die Junioren möchten von diesem Wissen und von den Persönlichkeitswerten profitieren, die er mit sich trägt. Und natürlich auch mehr über sich selbst erfahren, um damit die Karriere besser lenken zu können. Daher machen wir eine exklusive Veranstaltung für max. 30 Personen im Rheinturm unter dem Motto ´On Top of the World. Young Professionals auf dem Weg nach oben´ und freuen uns auf einen sympathischen Coach, der weiss, wovon er spricht.“

Am Ball bleiben

Was rät ein Marketing- und Network-Profi wie Nicholas Lam-Thien anderen Young Professionals? Stehen für ihn Karriere und finanzieller Erfolg im Vordergrund?
„Versuchen, sich auf die wichtigen Dinge zu fokussieren und am Ball zu bleiben. Der richtige Balanceakt zwischen Egoismus und Gemeinschaft ist wichtig. Dazu bieten Berufs- und Fachverbände gute Voraussetzungen, Netzwerke nicht nur online aufzubauen. Zeit ist wichtig. Für den persönlichen Austausch, aber auch für Selbstreflexion und Erholung. Niemand sollte mit Mitte Dreißig ausgebrannt sein. Deshalb denke ich, dass es auch wichtig ist, zu lernen, wie man die eigenen Ressourcen richtig einschätzen kann und wie man mit seiner Arbeitszeit und Energie möglichst effektiv und effizient um gehen kann. Der Karrieregedanke ist bei mir grundsätzlich vorhanden, weil ich sehr ehrgeizig bin. Aber nicht um jeden Preis, denn dafür schätze ich zu sehr die anderen Facetten des Lebens wie Familie, Partnerin oder Freunde. Nichts desto trotz bleibt es harte und kontinuierliche Arbeit und man muss lernen, Prioritäten zu setzen und auch anderen höflich verstehen zu geben. Man sollte frühzeitig wissen, was man will.“

Portrait Henryk Lüderitz

Henryk Lüderitz

Henryk Lüderitz, Düsseldorfer Coach: „Der offene und kooperative Austausch im persönlichen Gespräch kann durch Social Media nicht ersetzt werden.“

Fazit:
Auch Henryk Lüderitz, Coach und Spezialist für die Entwicklung junger Führungskräfte, findet: „Online ist gut – offline ist besser. Zumindest wenn es darum geht, wirklich belastbare Netzwerke aufzubauen. Der offene und kooperative Austausch im persönlichen Gesprächseinstieg kann durch Social Media Plattformen nicht ersetzt werden. Ausserdem bieten persönliche Gespräche unzählige Möglichkeiten die eigenen Softskills auszbauen. Im Gespräch werden Kommunikations- und Sozialkompetenzen gestärkt, die Wirkungskompetenz verbessert sich und Worthülsen-Kompetenzen wie z.B. Teamfähigkeit und Empathie werden authentisch sichtbar. Persönliche Kontakte haben in diesem Sinne eine Doppelfunktion: Sie stärken Kompetenzen – geben gleichzeitig die Chance, life eine Softskill-Arbeitsprobe zu hinterlassen.“

 

Über den Marketing-Club Düsseldorf: Der Marketing-Club Düsseldorf öffnet Türen. Zu den wirklich wichtigen, brennenden und zukunftsweisenden Themen im Marketing. Zu den Top-Entscheidern unserer Region. Und zu Locations, die normalerweise verschlossen bleiben. Einfach das Beste erleben, was das Marketing in Düsseldorf zu bieten hat.
Homepage Marketing-Club

JUMPS – Junior Marketing Professionals: Mitglieder bis zum 35. Lebensjahr des Marketing Club Düsseldorf. Mit eigenen Veranstaltungen, eigenen Formaten und eigenen Ideen der moderne Nachwuchs der Düsseldorfer Marketing-Community. Weitere Informationen.

Veranstaltungs-Tipp JUMPS / LÜDERITZ – EINER VON EUCH: 22.09.2015 „On Top of the World. Young Professionals auf dem Weg nach oben“ – im Rheinturm Düsseldorf. Vortrag von Henryk Lüderitz für die Mitglieder von JUMPS – Junior Marketing Professionals, vgl. auch: hier

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