The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Business-Behaviour: Über die Gratwanderung zwischen Höflichkeit und Ehrlichkeit

So kommst Du durch den Tag – aber nicht in die Chef-Etage

Ein Beitrag von Tanja Kaiser

Böse (Mädchen) kommen überall hin? Wir sagen: Nicht unbedingt! Vor allem nicht unbedingt in die Chef-Etage! Wer es sich nämlich mit den kleinen Höflichkeitsfloskeln allzu leicht macht, bringt sich in Wahrheit um Chancen auf den ganz großen Erfolg. Wir haben in Sachen Feedback-Lügen mal für Euch um die Ecke gedacht …

„Danke für Dein Feedback“ sei nichts weiter als die geschäftsmäßige Translation von „Halt die Fresse“ – so liest man es zumindest in einem ganz offensichtlich mit allen Mitteln um Aufmerksamkeit buhlenden Medium zum Thema Bürolügen, die angeblich alle immer benutzen …

Aha! So, so. Durchaus möglich. Wohlgemerkt aber nur bei manchen Zeitgenossen. Denn was das Medium, das es augenscheinlich mehr auf den eigenen Erfolg, als auf den Erfolg seiner Leserschaft abgesehen hat, bei aller Aufmachungs-Euphorie vergisst: Clevere denken deutlich weiter. So macht es auch The Young Professional – und sieht das alles ein bisschen anders:

Klar. Wer niemals lügt, ist oft allein. Denn welche Freundin möchte schon wissen, dass sie deutlich zu fett ist für das neue Shirt. Und auch Kollegen und Chefs legen wenig Wert auf allzu direkte Ehrlichkeit.

Dennoch: Wer es sich im Business allzu leicht macht und glaubt, mit der richtigen Portion daher gefloskelter Höflichkeit sei die Karriere schon geritzt, der irrt gewaltig. Denn Achtung: Die Einstellung macht´s! Und hierbei geht´s sowohl um die echte Wertschätzung gegenüber dem Gesprächspartner – als auch um die Fähigkeit, sich und die eigene Leistung besser zu reflektieren.

Dazu Henryk Lüderitz, Management-Trainer und Business-Coach aus Düsseldorf:

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„Wer Ignoranz mit Höflichkeit tarnt, statt sich in Selbstreflexion zu üben, bringt sich um Karriere-Chancen“, meint Henryk Lüderitz, Spezialist für die Entwicklung von Führungskräften
„Wer `danke für Dein Feedback´ schreibt und `interessiert mich nicht´ denkt, bringt sich um eigenen Chancen. So kommt man sicherlich gut durch den Tag –  aber wahrscheinlich nicht in die Chef-Etage. Denn: Wer Kritik oder zusätzliches Input zur eigenen Leistung nur elegant weg-floskelt, bringt sich um die Chance, die eigenen Arbeitsergebnisse sinnvoll zu reflektieren. Der Mangel an Selbstreflexion führt im Ergebnis also dazu, dass man stagniert und sich nicht weiterentwickelt.
Klar, sollte man abwägen, ob das gelieferte Feedback sinnvoll ist – oder nicht. Aber auch dieser Prozess schult die eigene Auffassungsgabe und vor allem erfordert er die Feststellung schlüssiger Begründungen, die man dann übrigens auch gerne dem Gegenüber mitteilen darf. Denn auch das geht höflich, ist jedoch anspruchsvoller als die Verwendung einer lapidaren Floskel. Wer solche Tools beherrscht, kommt weiter!“

Übrigens: Am Thema Business-Behaviour bleibt The Young Professional natürlich dran. Schon bald geht´s weiter mit einem Beitrag, in dem Henryk Lüderitz sich fragt, wie viel Ehrlichkeit Führungskräfte eigentlich brauchen …

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