The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Führung: Motivation durch Emotion?

The Perfect Match

Ein Beitrag von Tanja Kaiser

Sollte eine Führungskraft Emotionen zeigen? Wenn ja: wann? Und: Wie wirken sich Emotionen auf die Motivation des Teams aus? Ob er will oder nicht: Antworten auf diese Fragen liefert immer wieder unfreiwillig Jürgen Klopp…

Man liebt ihn, man hasst ihn. Kaum einer polarisiert so sehr wie „Kloppi“. Deshalb haben wir ihn bemüht. Nicht persönlich natürlich. Nur als so eine Art Best Practise dafür, wie man es eben besser nicht machen sollte. Als Führungskraft und Vorbild wohlgemerkt.

Authentisches Anschauungs-Material par excellence:
Mal sympathischer Motivator, charmanter Frauenschwarm und Liebling der Fussball-Massen. Mal aber auch: Zähnefletschender Berserker. Aggressiv und geradezu gefürchtet. Außer jeder Kontrolle. Vor allem außerhalb der eigenen! Ein Faktor X der Unberechenbarkeit, der bei anderen nicht zwingend zu Motivation und Wohlbehagen führt. Oder ist eigentlich alles ganz anders? Und zeugen Kloppis Ausbrüche nicht vielmehr davon, dass da jemand mit Herz und Verstand dabei ist? Voll hinter seiner Mannschaft steht? Außerdem: Er räumt ja stets ein, sich hier und da nicht gut verhalten zu haben. Entschuldigt sich. Bei Schiedsrichtern, der Mannschaft, dem Publikum.  Alles wieder gut am Ende, oder?

Nicht ganz:
Denn die zentrale Frage ist: Was sieht die Mannschaft – bzw. das Team einer Führungskraft – und wie wirkt es auf sie? Wer unser anschauliches Beispiel Kloppi im Kontext professionellen Führens betrachtet, kommt zum Ergebnis: Emotionen wirken unter Umständen höchst demotivierend! Die Botschaft, die letztendlich transportiert wird – und haften bleibt: „Unsere Leistung ist so schlecht, dass sogar unser Trainer – unser Chef – die Nerven verliert“. Ein Gedanke, der die Vorbildfunktion einer Führungskraft regelrecht ad adsurdum führt.

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Lüderitz rät:
Strategie, Taktik und Reaktionen in Krisensituationen zu bestimmen, sind die fachlichen Aufgaben von Führungskräften. Doch es ist mindestens ebenso wichtig, weiterhin Ruhe, Vertrauen und Zuversicht zu vermitteln. Es geht darum, fachlich und emotional das Gleichgewicht zu halten – eine große Herausforderung für Führungskräfte – im Sport und auch im Unternehmen. Emotionen müssen nicht immer nur negativ behaftet sein: Sie geben dem Chef schließlich etwas „Menschliches“. Das zeigt den Mitarbeitern, dass es eben nicht immer nur um Zahlen, Strategien und Fakten geht. Dennoch gilt es für professionelle Führungskräfte, die beiden Extreme auf der Emotions-Skala zu vermeiden.

Ein Perfect Match also….

Fragen? Weiterführende Informationen auch unter www.luederitz.eu – oder schreiben Sie uns an redaktion@theyoungprofessional.de

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