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Karriereplanung: Mein Freund der Misserfolg!

Tipps für den souveränen Absturz

Ein Beitrag von Tanja Kaiser

Für viele macht das Risiko den Reiz. No Risk, no Fun. Was aber tun, wenn das Scheitern kaum noch aufzuhalten ist – und der Job zum Schleudersitz wird? Tipps für den souveränen Absturz….

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Dumm gelaufen: Trotz guter Vorbereitung und vollem Einsatz ist das Scheitern eines Projekts nicht mehr zu vermeiden. Was tun, wenn der Overkill droht und der Absturz schon in Sicht ist? Wie wird der eigene Misserfolg zum guten Freund? Der einem letztendlich sogar hilft, langfristig von den negativen Erfahrungen eines Misserfolgs zu profitieren?

Team einschwören – Fahnenflucht vermeiden

Ist ein Projekt nicht mehr zu retten, sind die ersten Anzeichen dafür bereits mehrere Wochen vor dem harten Aufschlag zu erkennen. Letzte Rettungsversuche sind bereits gescheitert, die Stimmung im Projektteam sinkt und jeder versucht, möglichst unbeschadet aus der Nummer herauszukommen. Das gilt leider auch häufig für die Team-Mitglieder…

Deshalb besteht für den Projekt- bzw. Team-Leiter die Herausforderung darin, gemeinsam mit dem Team ein sauberes Ende zu finden. Sprechen Sie im Team-Meeting offen über die Lage und versuchen Sie gemeinsam eine tragbare „Exit-Strategie“ zu finden. Wichtig ist, dass auch das Scheitern gemeinsam bewältigt wird. Machen Sie hierbei unbedingt deutlich, dass zusätzlich ein schlechtes Licht auf jeden Einzelnen fällt, wenn das Projekt fluchtartig verlassen wird und jeder seine persönlichen Gründe und Rechtfertigungen für den Misserfolg findet.

Lüderitz rät:
Nachgefragt bei Henryk Lüderitz: Wie sieht eine gute Exit-Strategie aus?

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Henryk Lüderitz, Trainer und Coach: Scheitern lässt sich nicht immer vermeiden. Entscheidend ist, wie man damit umgeht

Henryk Lüderitz: Zu einem souveränen Projektende gehören unbedingt folgende vier Punkte:

1. Zuerst sollten im Team die Ursachen für den Misserfolg gesammelt und bewertet werden. Denn seitens des Management sind viele Fragen nach dem Warum und Wieso zu erwarten.
2. Danach gilt es Folgeschäden durch das Projektende zu vermeiden. Planen Sie also genau, wer über das Projektende informiert werden muss, damit in anderen Unternehmensbereichen keine weiteren Projekt-Investitionen getätigt werden.
3. Vorletzter Schritt der Exit-Strategie ist das Aufräumen. Stellen sie sich das Projekt wie eine Baustelle vor. Wenn Sie es schon nicht geschafft haben, das Bauwerk zu errichten, dann räumen Sie das Feld wenigstens organisiert und gewissenhaft. Wenn neben dem gescheiterten Projekt noch ein riesiges Chaos zurückbleibt, entsteht ein zusätzlich negatives Image.
4. Im letzen Schritt steht der Gang nach Canossa an: das Management informieren. Sind die o.g. Punkte sorgfältig vorbereitet, werden in aller Regel nicht gleich keine Köpfe abgerissen. Kleiner Tipp für den richtigen Zeitpunkt:  Die Urlaubs- und Ferienzeit ist geradezu perfekt. Die meisten Vorgesetzten sind mit der Familie im Urlaub und können nicht selbst informiert werden. Ein Urlaubsvertreter nimmt die Bad News meiner Erfahrung nach nicht ganz so kritisch auf, wie der eigentlich Verantwortliche.

Weiterführende Informationen zu Einzel-Coachings oder unternehmensbezogenen Trainingsmaßnahmen, finden Sie auch unter www.luederitz.eu

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