The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Was tun, wenn der Chef nie da ist?

„Das Phantom der Oper“ oder: Der Chef der nie Zeit hat

Ein Beitrag von Henryk Lüderitz

Chef hat keine Zeit, konsequent sein, Business Coach Düsseldorf, Managementtrainer Düsseldorf, Kommunikationstrainer Düsseldorf, Experte für junge Führungskräfte

Spitznamen sagen viel über die Führungsqualität eines Chefs aus. Letztens hat ein Seminarteilnehmer von dem „Phantom der Oper“ berichtet. So nannte er seinen Abteilungsleiter, weil dieser niemals da ist. Wie aus dem Nichts erteilt er aber per E-Mail mysteriöse Arbeitsaufträge, um danach wieder im Nirvana zu verschwinden.

Das diese Art der Führung (wenig /kaum Zeit für Mitarbeiter) ziemlich schlecht ist, dürfte für euch als erfahrene Leser schon klar sein. Die Frage für Young Professionals ist deshalb: Was tun, wenn ich so einen Chef habe?

 

Warum spricht mein Chef nicht mit mir ?!

Um auf einen Chef zu reagieren, der euch zum Großteil  „ghostet“, müsst ihr verstehen warum dieser eigentlich so handelt:

Es hilft hierbei, sich emphatisch in den Chef hineinzuversetzen. Bestimmt hat er 140 Themen, um die er sich kümmern muss. Er ist wahrscheinlich ständig unterwegs und hat einen strikten Zeitplan. Dieser Chef wird im Gegenteil gerade die Mitarbeiter zu schätzen wissen, die mit seiner Art der Kommunikation umgehen können und ihm zusätzliche Arbeit vermeiden.

 

Macht euch klar was ihr selbst könnt!

Zunächst aber geht es gar nicht so sehr um euren Chef, sondern um euch. Erstellt euch eine Liste mit Fragen/Anliegen etc. die ihr zu aktuellen Themen an euren Chef habt. Nehmen wir an, ihr habt genau 10 Punkte auf eurer Liste. Wieso sind das eigentlich so viele? Könntet ihr Frage Nr. 6 und Aufgabe Nr. 8 nicht auch alleine lösen? 

Natürlich ist eine Absicherung bei Unsicherheiten keine „falsche“ Lösung. Findet heraus, wo ihr selbstständig entscheiden könnt und sogar solltet. So beweist ihr euch selbst, dass man mit eigenen Überlegungen ebenfalls ans Ziel kommt. 

Mein Tipp: Die Liste von ca. 10 Punkten auf 6 reduzieren. Glaubt an euch und eure Kompetenzen, dann müsst ihr auch nicht so viel Energie in die Kommunikation mit dem Vorgesetzten verwenden. Seid mutig und selbstbewusst!

 

 

Der Kommunikationsplan

 

Ihr habt erfolgreich ausgesiebt und 4 Anliegen eurer Liste selbst gelöst? Sehr gut! Doch 6 Anfragen bleiben noch übrig, für die ihr den nie ansprechbaren Chef nun doch braucht. Wie kommuniziere ich denn jetzt am besten welches Thema mit ihm?

Mein Tipp: Auch hier benötigt ihr eine Liste. Die Liste sollte drei Spalten beinhalten, in welche die Anliegen einsortiert werden: 

1. Das persönliche Gespräch 

2. Der Anruf 

3. Die E-Mail

Das persönliche Gespräch bietet sich an, wenn ihr ein komplett neues Thema habt, was ihr dem Chef näher bringen wollt. Klar wäre es möglich anzurufen, aber am Telefon könnte das Thema missverstanden werden. Schließlich ist es auch für euch ein neues Gebiet und man hat vielleicht noch nicht alles zu 100% durchdacht. Auch eine Email mit Erklärungen kann zu vielen zeitfressenden Rückfragen des Chefs führen. Es bietet sich deshalb an, einen zeitnahen Gesprächstermin zu vereinbaren.

Der Anruf ist ein gutes Mittel, ein weniger komplexes aber dringliches Thema, kurz und knackig abzuhandeln. Man sollte sich vor dem Anruf genau überlegen, was man sagen möchte und sich auf eventuelle Rückfragen vorbereiten.

Die Email macht sich bei vermeintlich einfachen Anfragen gut, bei denen es darum geht: Machen wir Option A oder Option B? Der Entscheidungsspielraum ist klar eingegrenzt. Euer Chef kann somit schnell und konkret auf das entsprechende Problem eingehen. Gut ist hierbei auch, wenn es sich nicht um ein Problem handelt was sofort gelöst werden muss, sondern ihr auch noch 1-2 Tage Zeit zur Lösung habt. 

 

Jetzt seid ihr gefragt!

Wie geht ihr mit eurem Chef um wenn er sich nie blicken lässt? Habt ihr eigene Ideen und Methoden? Schreibt es mir gerne per Mail!

In den nächsten Wochen folgt zum erklärten Kommunikationsplan eine kleine Serie, in der ich auf die drei Punkte (E-Mail, persönliches Gespräch & Anruf) noch einmal gesondert eingehen werde.

Ich freue mich auf eure Antworten, Fragen und Kommentare,
euer Henryk Lüderitz

"The Young Professional"
gibt es jetzt auch als Podcast.

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