The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Karriereplanung: Tipps gegen das „Abwehr-Aber“

Schlechte Chefs in den Griff bekommen – der „Ja, aber-Typ“

Ein Beitrag von Redaktion The Young Professional

Du bist ausgesprochen clever? Was dich besonders auszeichnet, sind dein Engagement und deine guten Ideen? Dann können nur noch schlechte Chefs deinen Karriereweg behindern. Beispielsweise mit dem berühmten „Ja, aber“ als Killer-Antwort auf deine Ideen. Hier erfährst du, wie du souverän reagierst und trotzdem Karriere machen kannst…

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Schlechte Chefs wehren Ideen ab

„…aber DAS wird nicht funktionieren.“ Es gibt Abers – und Abers. Und längst nicht jedes Aber beruht in Lessings Sinne auf Überlegung und Überzeugung! Vorgesetzte, mit Ambition zum Ideen-Bremser, neigen zum sogenannten „Abwehr-Aber“. Erstes Erkennungszeichen: Die Begründungen scheinen auf den ersten Blick nachvollziehbar –  aber auch fadenscheinig. Abwehr-Abers halten, was der Name verspricht – sie sind reine Abwehr-Reflexe! Die Hintergründe hierzu sind leider allzu unterschiedlich und je nach Vorgesetzten sehr individuell. Was also tun, wenn man als Mitarbeiter das Gefühl hat, Engagement und Ideen-Power prallen am Vorgesetzten regelrecht ab – so dass das Abwehr-Aber zur Mauer wird? Womöglich zur Mauer für die eigene Karriere?

 

Chefs werden mit Input bombardiert

Vorweg: Das berühmt berüchtigte Abwehr-Aber muss keinesfalls bedeuten, dass ein Vorgesetzter gezielt, planmäßig und systematisch mauert. Häufig stehen eher die üblichen Hemmnisse des Büroalltags seiner Aufmerksamkeit im Weg. Häufig ist Vorgesetzten gar nicht bewusst, welchen Enthusiasmus gerade junge Mitarbeiter in ihre Aufgaben und Ziele setzen. Ausserdem werden Chefs von allen Seiten mit Input bombardiert. Es hagelt Anforderungen vom Kunden, der Geschäftsführer hat täglich neue Ideen und dann kommen auch noch die Mitarbeiter unangemeldet mit Ideen um die Ecke. Viele Führungskräfte reduzieren deshalb ihre Energie an dem Punkt, an dem es (vermeintlich) am wenigsten schadet. Beim Mitarbeiter.
Exakt hier liegt der wichtigste Ansatzpunkt, natürliche Abwehr-Reflexe der viel beschäftigten Spezies Chef proaktiv aufzufangen.

 

Den Vorgesetzten einbeziehen

Wer Karriere machen möchte, sollte sich vor dem ersten Ideen-Erguss folgende Fragen stellen: Weiß der Chef überhaupt, welche Ziele ich habe? Und weiß der Chef überhaupt woran ich hier genau arbeite? Die Antwort auf diese Fragen könnte durchaus sein: Womöglich nicht!

Deshalb rät Henryk Lüderitz:
„Wer mit viel Engagement weiterkommen möchte, sollte im ersten Schritt das offene Gespräch mit dem Chef über die eigenen Karriere-Ziele suchen. Hierbei nicht vergessen: Die Einschätzung des Chefs zu individuellen Potentialen – und den möglichen Rahmenbedingungen innerhalb des Unternehmens. Wie sieht er mich? Und wo sieht er mich? Ist der Chef erstmal im Bilde über die Ambitionen seines Schützlings, wird er – Wohlwollen vorausgesetzt – künftig sensibler mit Ideen und Vorschlägen umgehen und seinen Mitarbeiter sogar fördern.

 

 

Der richtige Zeitpunkt

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Ist der Chef im Bilde, gilt es für die eigenen Ideen den richtigen Zeitpunkt zu finden. Wer den berüchtigten Reflex zum Abwehr-Aber möglichst gering halten möchte, stellt neue Ideen nicht gleich montags morgens vor. Das offene Ohr des Chefs ist einem deutlich sicherer, wenn er Zeit, Muße und gute Laune hat. Daher bieten sich die Tage vor dem Wochenende für Ideen-Gespräche an.

 

Präzision punktet

Selbst wenn der Zeitpunkt stimmt, haben Chefs nur wenig Zeit. Ideen oder anliegen sollten daher nicht gleich aus dem Kopf im Chefbüro landen. Investiert Zeit und Energie in eine präzise Kommunikation. Worum geht es? Welches Problem will ich lösen? Welche Alternativen gibt es zur eigenen Idee? Mindestens diese Fragen solltet ihr präzise mit wenigen, einfachen Sätzen beantworten können.
Härtetest: Steht die Argumentation? Dann empfiehlt sich ein Härtetest mit einer unbeteiligten Person. Tragt beispielsweise einem Sportfreund eure Idee vor und bittet ihn um ein ehrliches Feedback dazu. Wenn er es versteht, stehen die Chancen beim eigenen Chef ebenfalls sehr gut.

 

Wenn alle Stricke reissen

Klappt es trotz guter Vorbereitung nicht, bleibt immer noch eins: Der Blick nach links und rechts. Intern sauber weiter arbeiten – dabei jedoch Kollegen, Lieferanten, interne Kunden stärker in Ideen einbeziehen. Sogenanntes „passives“ Selbstmarketing – also die positive Wahrnehmung anderer – kann wahre Wunder wirken. Und wer weiß? Vielleicht winkt schon schneller als gedacht der Wegweiser nach oben durch eine andere Führungskraft, in eine andere Abteilung.

 

Wir drücken euch jedenfalls die Daumen und freuen uns auf eure Reaktionen, Fragen und Ideen.

Eure Redaktion


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