The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Profis bei der Arbeit

Souveränität – auch wenn es mal eng wird!

Ein Beitrag von Henryk Lüderitz

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„Den Wert von Menschen und Diamanten , kannst man erst ermitteln, wenn man sie aus der Fassung bringt!“. Dieses Zitat (von Maria von Ebner-Eschenbach) bringt sehr gut auf den Punkt, woran man erkennen kann, wann man es mit einem Profi zu tun hat. Vor ein paar Tagen habe ich dazu ein Praxisbeispiel erlebt, von dem ihr lernen könnt.

 

Was tun, wenn es eng wird?

Ihr kennt diese Situationen bestimmt auch: Die Zeit ist knapp, die Anforderungen sind groß und dann passiert noch was Blödes. Ihr müsst jetzt schnell denken und eine Lösung finden. Gleichzeitig ist euch bewusst, dass die Lösung entweder nicht perfekt ist, oder für die perfekte Umsetzung keine Zeit bleibt. Es werden Kollateralschäden auf euch zukommen. Genau diese Tatsache bringt Young Professionals gelegentlich an ihre Grenzen. Sie wollen oder können nur schlecht mit einer Lösung leben, die nicht alle Beteiligten zufrieden hinterlässt. Es fehlt schlichtweg eine Portion Souveränität, die den Umgang mit nicht perfekten Lösungen erträglich macht.

 

Praxisbeispiel zum souveränen Handeln

Wir sind vor ein paar Tagen in den Urlaub geflogen. Mit uns saß eine bunte Mischung typischer Sommerurlauber in der Maschine. Auch dabei: Zwei stark angetrunkene junge Männer, auf dem Weg in den Partyurlaub. Im Verlaufe des Fluges stiegen Alkoholpegel und Lautstärke der Halbstarken ziemlich an. Die Flugbegleiter haben auf mich durchaus besorgt und angespannt gewirkt. Immerhin galt es, die leicht eskalierende Situation wieder unter Kontrolle zu bringen. Ich würde sagen: Es ist ihnen gelungen, auch wenn nach der Landung die Türen des Fliegers so lange geschlossen blieben, bis eine Polizeieskorte die Männer abholen konnte.

 

Erfolg trotz Eskalation?

Bestimmt fragt ihr euch jetzt, wie ich diese Eskalation als Erfolg bezeichnen kann? Erfolg wäre doch gewesen, wenn es gar nicht so weit gekommen wäre, oder? Genau an diesem Punkt kommt die Souveränität der Profis ins Spiel. Wer jung und unerfahren ist, wird in solchen Situationen lange hin und her überlegen, welche Reaktion angemessen ist. Da wird gegrübelt und überlegt, aber keine Lösung ist perfekt. Immer bleiben ein paar unzufriedene oder gar meckernde Personen über. Das war auch in unserem Urlaubsflieger so. Es gab relativ lautstarke Beschwerden einiger Fluggäste. Diese richteten sich besonders gegen den letzten Schritt der Maßnahme, da wir nach der Landung nicht sofort alle aus dem Flieger stürmen konnten.

 

Souveränität auch ohne Erfahrung?

In meinem Beispiel waren die Flugbegleiter schon recht erfahren. Zumindest haben sie so gewirkt, denn sie sind sehr strukturiert und sachlich vorgegangen. Bestimmt hatten sie trotzdem Zweifel, die man aber nicht erkennen konnte. Und deshalb rate ich auch jedem Young Professional: Lasst euch eure Zweifel nicht anmerken und haltet unverzagt an euren Entscheidungen fest – auch wenn damit kleinere Kollateralschäden einhergehen. Vertraut darauf, dass ihr bei der Wahl der Lösung schon die beste Option gewählt habt. Längeres Nachdenken macht die meisten Situationen letztendlich nur noch schwieriger.

 

Eure Meinung zur Souveränität

Wann und wobei fühlt ihr euch souverän? In welchen Situationen gelingt es euch noch nicht so selbstsicher aufzutreten, dass man euch als Profi wahrnimmt?

Ich freue mich auf eure Anregungen, Fragen und Kommentare.

Mit besten Grüßen – euer Henryk.

"The Young Professional"
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