The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Neue Denkmuster als Karriereturbo

Verwaltest du noch oder gestaltest du schon?

Ein Beitrag von Henryk Lüderitz

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Viele Young Professionals schätzen sich selbst als „Optimierer/in* ein. Sie bringen Prozesse und Unternehmen nach vorne. Generell mag das auch stimmen. Beim Optimierer gibt es allerdings zwei verschiedene Denkmuster, die sich stark unterscheiden – ganz besonders im Ergebnis. Finde heraus, welcher Typ du bist: Verwalter oder Gestalter.

Zu diesem Artikel gibt es hier auch den passenden Podcast.

 

Praxisbeispiel aus meinen Seminaren

In meinen Seminaren setze ich gerne ein „Lernprojekt“ ein, in dem sich die Verwalter ganz klar von den Gestaltern unterscheiden. Prinzipiell geht es um die Optimierung einer Produktion, die ich als Auftraggeber ein bisschen ineffizient vorgebe. Über vier kurze Produktionszyklen gilt es, ständig den Output zu erhöhen. Bereits nach dem ersten Durchlauf ist den Teilnehmern klar: Wir müssen uns verbessern. Und von diesem Optimierungsgedanken ausgehend, unterscheiden sich die Verwalter von den Gestaltern.

Was Verwalter und Gestalter unterscheidet.


Die Verwalter versuchen nämlich Optimierungen im gesteckten Rahmen zu ermöglichen. Was zu marginalen Verbesserungen führt. Mehr als 10% Verbesserung sind damit selten möglich. Die Gestalter  denken ihre Optimierungen dagegen ein bisschen weiter. Sie wollen den gesamten Ablauf verbessern, auch wenn er von mir (als Trainer und „Auftraggeber“) so vorgegeben wurde.
Dafür hinterfragen sie, was ich mir konkret vorstelle und wollen herausfinden, wie offen ich für neue Vorgehensweisen bin. Selbstverständlich bin ich für neue Ideen offen, die aber immer die gesetzten Rahmenbedingungen erfüllen müssen. Und siehe da: Die Gestalter entwickeln einen völlig neuen Produktionsablauf, der in der Regel zu einer 3-4 fachen Ergebnissteigerung führt!

Verwaltest du noch?

Bestimmt fragt ihr euch jetzt: Bin ich Verwalter oder Gestalter?

Dieser Frage könnt ihr selbst relativ einfach auf den Grund gehen. Fragt euch in der kommenden Woche einfach mal selbst, in welche Richtung ihr bei Optimierungen denkt. Soll dabei der bisherige Ablauf immer erhalten bleiben? Dann verschenkt ihr unter Umständen großes Potenzial.

So denken Gestalter!

Die Gedanken und Fragen von Gestaltern sind dagegen fast schon ein bisschen radikal. Sie stellen sich nämlich relativ regelmäßig folgende Fragen bei ihren Arbeitsabläufen:

  • Wofür wird das Ergebnis meiner Arbeit eigentlich genutzt?
  • Welche Bedürfnisse / Interessen hat mein Kunde / Chef eigentlich bei dieser Arbeit?
  • Wenn ich heute diesen Arbeitsauftrag bekommen würde, wie würde ich dann die Lösung / den Prozess gestalten?

 

Achtet bitte gleichzeitig darauf, nich zu radikal zu optimieren. Nicht jeder Prozess muss immer und immer wieder neu gestaltet werden. Auch wenn momentan alles „disruptiv“ sein muss, kann ein kluger Gestalter zu dem Ergebnis kommen, dass eine radikale neue Lösung nicht viel besser ist, als der bestehende Ablauf. Dann ist es deutlich klüger, die bestehenden Arbeitsschritte zu optimieren.

Eure Erfahrungen

Wie habt ihr denn bisher die Abläufe des Unternehmens optimiert? Welche Erfahrungen habt ihr als Gestalter oder Verwalter gemacht? Ich freue mich auf eure Fragen, Kommentare und Ideen zu diesem Thema.
Mit besten Grüßen, euer Henryk

 

*In diesem Text wird der Einfachheit halber nur die männliche Form verwendet. Die
weibliche Form ist selbstverständlich immer mit eingeschlossen.

"The Young Professional"
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