The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Besonders schlechte Neuigkeiten müssen gut kommuniziert werden

Achtung, bad news! Wie man schlechte Neuigkeiten gut kommuniziert

Ein Beitrag von Henryk Lüderitz

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Wo gearbeitet wird, passieren auch Fehler, die als schlechte Neuigkeiten kommuniziert werden müssen. Wie ihr das so hinbekommt, dass euch keiner die „bad news“ übel nimmt, erkläre ich hier…

Welche Arten von schlechten Neuigkeiten es?

Bad News ist nicht gleich Bad News. Es gibt meiner Ansicht nach zwei verschiedene Arten der schlechten Neuigkeiten, die man als Chef überbringen kann.
-Ein Fehler oder Ereignis, durch den etwas nicht mehr so funktioniert, wie bisher. Hier wird die Organisation oder das Team zurückgeworfen.
-Wenn eine positive Erwartung doch nicht eintritt. Hier entsteht eine Enttäuschung, die sich aus der positiven Erwartungshaltung für die Zukunft ergibt.

 

Schlechten Neuigkeiten nicht kommunizieren?

Ein fast natürlicher Impuls im Umgang mit schlechten Neuigkeiten besteht darin, sie nicht kommunizieren zu wollen.
Aber Vorsicht: Diese Maßnahme eignet sich nur, wenn sich das Problem in den nächsten Stunden oder Tagen von alleine erledigt.
Ein Beispiel wäre eine Versicherung, die einen Schaden übernimmt und man im Anschluss eine Firma engagiert, die sich direkt um die Reparatur kümmert. So bekommt niemand mit, dass überhaupt etwas passiert ist.
Das ist natürlich ein sehr spezieller Fall und betrifft am ehesten eindeutige Fehlermeldungen, die schnell geklärt werden können.
Die große Gefahr bei nicht kommunizierten schlechten Neuigkeiten besteht darin, dass Mitarbeiter und Kollegen davon etwas mitbekommen und die Gerüchteküche schneller ist, als ihr. Dann habt ihr als Chef nicht nur mit einem fachlichen Thema zu kämpfen sondern auch einen Vertrauensverlust im Team zu beklagen!

Geplante Kommunikation

Habt ihr euch entschieden, die schlechten Neuigkeiten zu kommunizieren, lohnt es sich strategisch an die Sache heranzugehen. Hier empfehle ich euch folgende Reihenfolge:

Den richtigen Zeitpunkt abpassen

Gerade die schlechten Neuigkeiten kann man nicht einfach so zwischen Tür und Angel herausposaunen. Besser ist es, wenn ihr euch einen konkreten Termin überlegt.
Es bietet sich auf jeden Fall ein Zeitpunkt an, der nicht vorbelastet ist. Das heißt, dass nicht schon vorher andere schlechte Nachrichten überbracht wurden. So ein Zeitpunkt sorgt dann wohlmöglich für noch mehr Chaos.
Gleichzeitig solltet ihr auch auf die Laune der Angestellten Rücksicht nehmen. Am Ende der Woche, mit Vorfreude auf das Wochenende, werden schlechte Nachrichten vielleicht besser aufgenommen, als wenn ihr zu Beginn der Arbeitswoche damit ankommt. Damit wäre die Motivation der Mitarbeiter schon zu Beginn der Woche recht gering.
Für den passenden Zeitpunkt bietet sich das Zeitfenster nach der Mittagspause an. Mit ein bisschen Glück versacken die News im Bratwurstcoma ;-).
Gerade Enttäuschungen, also dass etwas jetzt doch nicht so klappt wie eigentlich geplant, werden hier vielleicht besser verarbeitet.
Natürlich gibt es hier kein allgemeingültiges Konzept für jede Abteilung.

Wie ihr aber ein Meeting vorbereitet, bei dem es ja auch um schlechte Neuigkeiten gehen kann, habe ich euch hier beschrieben.

 

Kurze Zusammenfassung, um was es überhaupt geht

Habt ihr eure Mitarbeiter alle zusammengetrommelt, geht es nun darum, sie auf den neusten Stand zu bringen. Erklärt also ruhig und sachlich, welcher Fehler passiert ist, oder warum etwas nicht so klappt, wie es sollte. Nehmt euch Zeit und geht auch auf Rückfragen der Mitarbeiter ein. Das ist besonders wichtig, da Mitarbeiter auf diesem Wege die eigene Unsicherheit oder schlechte Laune verarbeiten. Als Chef seid ihr in diesem Moment dafür da, auch mal Emotionen auszuhalten und aufzufangen. Ist die schlechte Stimmung des ersten Moments verdaut, könnt ihr zum nächsten Schritt übergehen.

 

Nach vorne schauen!

Versucht danach bereits wieder in die Zukunft zu schauen. Eure Mitarbeiter sind nach eurer Erklärung an diesem Punkt möglicherweise etwas verzweifelt oder enttäuscht. Gerade jetzt benötigen sie ganz besonders Orientierung. Ihr solltet erklären, wie ihr zum alten Zustand zurückkehren könnt. Hierbei ist wichtig, Mut für den erneuten Weg zu machen. Es bleibt also emotional, jetzt aber mit etwas mehr Blick auf die Motivation.

 

Lerneffekt betonen!

Im letzten Punkt geht es um Prävention: Also die Frage wie ein solcher Fehler in Zukunft vermieden werden kann. Hierbei sollten auch die Mitarbeiter in eine Diskussion/ einen Austausch gelangen. Es muss konkret um die Frage gehen, was man aus diesem Fehler und dieser Enttäuschung in Zukunft machen kann! Dieser Punkt bringt gleich zwei Vorteile:

  1. Aus dem Fehler werden im Team lehrreiche Erkenntnisse generiert
  2. Durch die Betonung des Lerneffektes wird den schlechten Neuigkeiten die Dramatik genommen und es kommt ansatzweise wieder bessere Stimmung auf.

 

Eure Erfahrungen mit schlechten Neuigkeiten!

Wie geht ihr damit um, wenn etwas nicht so gut geklappt hat oder sogar schiefgelaufen ist?
Ich freue mich über eure Rückmeldungen, Fragen und Ideen.

Hört auch gerne in unsere Podcast-Folgen rein. Es gibt mittlerweile 38 Folgen zum durchstöbern 🙂

Euer Henryk

"The Young Professional"
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