The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Praxistipps für junge Führungskräfte

Mit dem Team eine Vision entwickeln – so geht’s!

Ein Beitrag von Henryk Lüderitz

Vision, Teambuilding, junge Führungskräfte, young Professionals, Management Coach Düsseldorf

 

„Wenn du etwas siehst, was andere nicht sehen, musst du zum Arzt gehen!“. Mit dieser oder ähnlichen Aussagen werden Visionen häufig ins Lächerliche gezogen, oder für unnütz erklärt. In der Praxis entscheidet die Qualität einer Vision darüber, wie gut sie vom Team angenommen wird. Eine gute Vision sollte daher unbedingt gemeinsam entwickelt werden, damit sie ihre volle motivierende Wirkung entfalten kann. Wie ihr das mit euren Mitarbeitern hinbekommt, erkläre ich hier.

Hier gibt es den passenden Podcast zu diesem Artikel, auch bei ApplePodcast.

Zusätzliche habe ich in meinem Webinar „Vom neuen Chef zum guten Chef!“ weitere wertvolle Tipps für euch.

Warum brauche ich eine Vision?

Stimmt, geht es nicht auch ohne? Vor ein paar Jahrzehnten hat Arbeit ganz einfach funktioniert. Es gab ein Ziel, ein paar Arbeitsmittel, Druck von oben – und schon kam die Leistung (idealerweise). Mittlerweile hat sich die Arbeitswelt aber soweit entwickelt, dass Mitarbeiter immer mehr über die Entscheidungsprozesse des Unternehmens informiert werden wollen. Sie möchten gerne wissen, wo das Unternehmen steht und wohin die Reise gehen soll. Das Motiv hinter dieser Frage ist für die meisten Mitarbeiter, dass sie überprüfen wollen, ob sie sich mit den Zielen und Wegen ihres Arbeitgebers identifizieren können. Wenn Führungskräfte die Frage nach dem „Wo stehen wir? & Wohin gehen wir?“ beantworten können, haben sie damit die Grundlage für engagierte und motivierte Arbeit im Team gelegt.

Von der Gegenwart in die Zukunft

Um an einer Vision zu arbeiten empfiehlt sich der Start bei Status Quo. Dazu habe ich euch hier schon den Einsatz der SWOT-Matrix ans Herz gelegt. 50% der SWOT (Chancen & Risiken) gehen gedanklich ja schon in die Zukunft, weshalb ich diese Matrix auch als die perfekte Vorlage für einen „Visions-Workshop“ sehe. In diesem Workshop gilt es, die gemeinsame Sicht auf das Ziel zu entwickeln, wo das Team in ca. 4-5 Jahren stehen soll.

Was brauchen Mitarbeiter, um in die Zukunft denken zu können?

 

 

In meinen Workshops zum Thema Vision habe ich neben guten Rahmenbedingungen (Essen, Getränke, etc.) zu Beginn versucht, eine gewisse Betroffenheit zu erzeugen. Dazu habe ich gerne von Unternehmen berichtet, die in der Vergangenheit angesagt waren, aber mangels einer guten Vision (und gutem Management) im Markt an Bedeutung verloren haben.
Danach haben wir gemeinsam die Spielregeln festgelegt. Wichtig ist bei den Spielregeln, dass die Mitarbeiter sich von den üblichen Einwänden und Sorgen frei machen dürfen. Sie sollen ganz bewusst Bilder und Vorstellungen entwickeln , die in der Gegenwart unmöglich sind.

Mit Fragen den Fokus lenken

 

 

Sind die Gedanken der Mitarbeiter erstmal frei von jeglichen Grenzen, sollte die Führungskraft trotzdem durch Fragen die Richtung vorgeben. Sonst kann die gedankliche Freiheit auch schnell in die Irritation führen. Folgende Fragen haben bei mir und meinen Mitarbeitern am besten funktioniert:

-Wenn wir nochmal ganz neu beginnen würden, wie müsste unser Bereich dann aussehen?

-Wo müssten wir in 5 Jahren sein / was müssten wir dann tun, damit uns sogar der Vorstand kennt und unsere Arbeit schätzt?

-Was müssten wir tun, dass unsere Arbeit so wertvoll ist, dass unser Team von Google (damals habe ich Siemens /Mercedes, etc. benutzt) gekauft wird?

-Wo müssten wir als Team stehen, dass alle hochzufrieden sind und gerne zur Arbeit kommen?

An dieser Stelle lässt sich die SWOT-Matrix auch wieder gut einbinden z.B. mit Tagen wie:

-Wohin müssen wir uns in den nächsten 5 Jahren unbedingt entwickeln um die Risiken zu vermeiden bzw. die Chancen zu erreichen?

Selbstverständlich könnt ihr auch andere / eigene Fragen entwicklen. Wichtig ist, dass der Fokus ganz klar in der mehr oder weniger fernen Zukunft liegt und möglichst positiv ist.

Wie klappt „Vision“ in deinem Team?

Jetzt bin ich natürlich gespannt, welche Erfahrungen du mit dem Thema „Vision“ gemacht hast? Gibt es sowas in deinem Team? Und wie sehr stehst du dahinter?

Mit besten Grüßen,
Henryk

"The Young Professional"
gibt es jetzt auch als Podcast.

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