The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Führung im Grenzbereich

Resignation bei Chefs – ein NoGo?

Ein Beitrag von Henryk Lüderitz

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Den Kampf gegen Windmühlen kennen Mitarbeiter und Führungskräfte. Ob Konzernrichtlinien, Bürokratie oder eingefahrene Strukturen: Es gibt viele Hindernisse, die einem Chef das Leben schwer machen können. Einige zerbrechen daran und resignieren. Ist das OK? Oder dürfen Chefs niemals aufgeben? Hier ein paar Tipps für Führung im Grenzbereich.

Hier gibt es den passenden Podcast zu diesem Artikel, auch bei ApplePodcast.

Woher kommt Resignation?

Aufgeben und den Kopf in den Sand stecken sind Fremdwörter für euch? In meinen Seminaren zeige ich jungen / angehenden Führungskräften, dass Resignation schneller kommen kann, als man sich das vielleicht vorstellt. Durch eine praxisnahe Übung merken die Teilnehmer, dass nach 3-4 herben Rückschlägen schon die ersten Gedanken ans Aufgeben aufkommen. Das ist ein relativ natürlicher Schutzmechanismus des Körpers. Es werden Erfahrungsmuster gebildet und damit Prognosen für die Zukunft aufgestellt, die weitere Anläufe im Keim ersticken. Doch was hilft dagegen?

Strategien gegen die Resignation einer Führungskraft

In der Praxis empfehlen sich im Extremfall folgende Strategien, um nicht in die Lähmung einer Resignation zu geraten:

Die bisherigen Fehlversuche analysieren

Wenn ihr als Führungskraft mit eurem Anliegen kein Gehör findet, gilt es, die Gründe dafür zu erforschen. Woran lag bspw. die Ablehnung beim eigenen Chef? Habt ihr den falschen Weg, den falschen Zeitpunkt, oder eine undurchsichtige Erklärung gewählt? Hier nochmal die drei Möglichkeiten zur Kommunikation: E-Mail, Anruf und persönliches Gespräch.

Wer schreibt, der bleibt…

Damit eure Aktivitäten nicht diffus immer größer werden und Erfolge ausbleiben, hilft es, die eigenen Aktivitäten zu dokumentieren. Schreibt euch auf, mit wem ihr auf welche Art und Weise über euer Anliegen gesprochen habt. Damit vermeidet ihr, dass ihr einerseits planlos „rumheult“ und andererseits zu viel Energie in Gespräche  investiert, die eigentlich nicht mehr nötig sind.

Gezielt eskalieren

Eure Dokumentation ist dann auch die Grundlage für eine gezielte „Eskalation“ in der Organisation. Ist euer Anliegen nach 2-3 Anläufen (ohne Begründung) beim eigenen Chef gescheitert, gilt es (mit einer Ankündigung) die nächste Ebene mit einzubeziehen.

Mit dem Team über Resignation sprechen

 

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In den meisten Fällen hat das Anliegen von Führungskräften auch mit dem Team zu tun. Es geht in der Praxis häufig um Budgets für Lehrgänge, Arbeitsmaterial oder sonstige Dinge des täglichen Arbeitslebens. Damit nicht eine zweite „Frust-Front“ bei den Mitarbeitern entsteht, empfehle ich euch, offen mit Fehlschlägen umzugehen. Häufig wird diese Kommunikation von Chefs vermieden, weil sie Angst vor Demotivation der eigenen Mitarbeitern haben. Meiner Erfahrung nach ist aber das Gegenteil der Fall. Die meisten Mitarbeiter sind froh, informiert zu werden, auch wenn es nicht immer die guten Neuigkeiten sind.

Ab wann dürfen Führungskräfte aufgeben?

Diese Frage ist ganz bestimmt nicht pauschal zu beantworten. Gleichzeitig vertrete ich die Auffassung, dass gute Chefs niemals ein berechtigtes Anliegen, dass im Sinne der Firma & der Mitarbeiter ist, aufgeben sollten. Taktisch kann es klug sein, mal einen Gang zurück zu schalten, aber komplett aufzugeben sollte wirklich nur die allerletzte Option sein.

Woran verzweifelt oder resigniert ihr so? + Umfrage

Wie geht ihr mit Zweifeln um? Standet ihr schon einmal kurz davor zu resignieren? Mich interessieren auch ganz konkret eure Methoden und Herangehensweisen!

Schreibt sie mir in die Kommentare und nehmt gerne auch ganz unten , an unserer Umfrage zum Thema Resignation teil (natürlich anonym!).

Ich wünsche euch noch eine erfolgreiche Woche,

Euer Henryk

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Habt ihr als Chefs schon einmal resigniert?


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