The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Die Herausforderungen souveränen Führens:

Dreiste Mitarbeiter – so reagierst du richtig!

Ein Beitrag von Redaktion The Young Professional

Fachlich gut – aber auf Krawall gebürstet: Dreiste Mitarbeiter können junge Führungskräfte vor eine echte Herausforderung stellen.

Wie verhindert man als Führungskraft, dass aus der Challenge des täglichen Miteinanders ein regelrechtes Desaster wird? Dreiste Mitarbeiter können junge Führungskräfte am Ende des Tages in die Verzweiflung treiben. Damit DU es zukünftig besser machst, haben wir Henryk Lüderitz, Führungskräftetrainer und Experte für High Potentials befragt…

Umgang mit dreisten Mitarbeitern
Es gibt Mitarbeiter, die gibt es eigentlich gar nicht.  Zumindest erscheint einem das Verhalten einiger Zeitgenossen geradezu unwirklich. Gelangweiltes Gähnen im Meeting, demonstratives Augen-Verdrehen beim Briefing. Problem: Nicht selten sind gerade unangepasste Mitarbeiter höchst leistungsfähig, kreativ, fachlich einfach gut. Querdenker eben, die ganz gerne aus der Reihe tanzen. Kein Problem, solange allzu respektloses, negatives Verhalten sich nicht auf die gesamte Arbeitsatmosphäre und den Team-Geist auswirken. Da heißt es also: Gegensteuern. Und zwar möglichst souverän und professionell. Ein Schlüssel dazu: Gezielte Kommunikation und Körpersprache! Ganz besonders dreiste Mitarbeiter schreien förmlich nach einem Feedback.

„Herr Lüderitz, wie sollte sich eine Führungskraft verhalten, wenn ein Mitarbeiter durch respektloses Verhalten auffällt?“

Führungskräftetrainer, Karrierecoach, Coach, Karriereberater, Leadership, Trainer für junge Führungskräfte
Der Umgang mit schwierigen Mitarbeitern: Henryk Lüderitz, Spezialist für die Entwicklung von Führungskräften, rät: „Sofort reagieren – aber maßvoll…“

Henryk Lüderitz:Ist man als Führungskraft mit anwesend, z.B. in einem Meeting, kann ein kurzes Räuspern in Kombination mit einem ernsten Blick in Richtung des entsprechenden Mitarbeiters vor Ort ein dezentes Signal setzen, dass in der Regel auch ankommt. Allerdings sollte bei kleinen Entgleisungen kein Gesichtsverlust für den Mitarbeiter entstehen. Im Nachgang ist dann aber auch ein 4-Augen-Gespräch angebracht, damit der Mitarbeiter versteht, warum der ernste Blick kam.“

 

Und wie verläuft dieses Gespräch dann?

Henryk Lüderitz: „Den Anfang macht man am besten mit einem positiven Gesprächseinstieg: „Deine Mitarbeit ist sehr konstruktiv, Deine Leistungen sind gut.“ Erst darauf sollte die persönliche Beobachtung folgen: „Deshalb ist es mir wichtig, über unsere Zusammenarbeit zu sprechen. Mir ist aufgefallen, dass Du im Meeting mehr auf dem Stuhl liegst, als sitzt.“ Hierbei rundet der persönliche Eindruck die Beobachtung ab: „Auf mich wirkt das gelangweilt und respektlos…“

 

Wie formuliert man den Umstand, dass das Verhalten optimiert werden sollte – ohne dabei zu offensiven Druck auszuüben?

Henryk Lüderitz: „Wichtig ist im Anschluss die Formulierung eines Wunsches, der zum Beispiel so aussehen könnte: „Ich wünsche mir von dir, dass du zukünftig auf eine aufrechte und respektvolle Körperhaltung achtest!“

 

Wie jedoch stellt man als Führungskraft dann aber sicher, dass der Mitarbeiter den Hinweis verstanden – und wirklich respektiert – hat?

Henryk Lüderitz: „Im Abschluss eines solchen Gespräches sollte man unbedingt das Commitment des Mitarbeiters einholen. Beispielsweise: `Okay für Dich?´oder `Einverstanden?´“

 

Aber wie geht man am besten mit echten Extremfällen um – beispielsweise, wenn ein Mitarbeiter ganz offensichtlich gelangweilt die Augen verdreht, während ein anderes Team-Mitglied oder der Team-Leiter spricht?

Henryk Lüderitz:  „Verhält sich ein Mitarbeiter so respektlos und frech, sollte man als Führungskraft SOFORT reagieren – aber maßvoll! In der Praxis hat sich folgendes Vorgehen bewährt: Kurz schweigen, Augenkontakt suchen und nachfragen: „Du verdrehst die Augen? …. Nervt dich das Thema?“ Im Team muss klar zu erkennen sein, wer den Ton angibt und dass Grenzen des Respekts und der Wertschätzung dem Chef sehr wichtig sind. Nach dem Meeting empfiehlt es sich mit dem entsprechenden Mitarbeiter ebenfalls ein Gespräch unter 4 Augen zu suchen.“

 

Kostenloses Webinar mit Henryk Lüderitz

Das Thema „Dreiste Mitarbeiter“ brennt dir unter den Nägeln? Du hast selbst Kollegen oder Mitarbeiter, die sich so (oder schlimmer) verhalten, wie hier von mir beschrieben?
Dann komm am Dienstag, 30. Januar 2018 zu mir in mein kostenloses Webinar. Hier kannst du dich anmelden: Kostenloses Webinar
Ich freue mich dich dort zu sehen!

Viele Grüße,

Henryk Lüderitz

Weiterführende Informationen zu Einzel-Coachings, unternehmensbezogenen Trainingsmaßnahmen, Vorträgen etc. findest du unter www.luederitz.eu

Der Newsletter für Young Professionals


  • Andre Schweizer am 17. Januar 2018 um 0:11

    Junge Führungskräfte die von tuten und blasen keine Ahnung haben sollen mit den paar Statements das Feuer aus den Kohlen holen. Selten so ein quatsch gelesen.

    Führung kann man nicht einfordern, die verdient man sich.

    • Henryk Lüderitz am 17. Januar 2018 um 14:07

      Hallo Herr Schweizer,
      vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Mit meinen hier genannten Tipps können junge Führungskräfte bestimmt noch keinen perfekten Job machen… dafür ist „Führung“ ein viel zu komplexes Thema.
      Welche Inhalte und Tipps wünschen Sie sich denn ganz konkret für junge Führungskräfte?

      Mit besten Grüßen,
      Henryk Lüderitz

  • Andre Schweizer am 17. Januar 2018 um 0:31

    Außerdem sind das mehrere Faktoren die hier zusammengemischt werden.

    Mitarbeiter, die man so oder so nicht führen kann, ok, geschenkt.

    Junge Führungskräfte die gerade mal aus dem Studium draussen sind und meinen die Welt zu regieren…..( Lachkrampf ).

    Angehende Führungskräfte die über das Duale System kommen wissen meist wie man miteinander umgeht ( Meister, staatlich geprüfte Techniker ).
    Explizit dieser Personenkreis hat schon ( vor der Weiterbildung ) innerhalb der Ausbildung Verantwortung übernommen. Azubi des 3ten Lehrjahres führt schon Azubis im 1. Jahr an.

    Der Artikel ist in keinster Weise differenziert….hätte man sich auch schenken können….

    • Henryk Lüderitz am 17. Januar 2018 um 14:11

      Hallo Herr Schweizer,
      auch für diesen Kommentar vielen Dank!
      Ich verstehe Ihren Standpunkt, dass eine theoretische Ausbildung (wie z.B. ein Studium) häufig noch nicht ausreicht, um als junge Führungskraft einen guten Job zu machen.
      Mit besten Grüßen,
      Henryk Lüderitz

  • Celal Ainto am 17. Januar 2018 um 22:04

    Sehr hilfreiche Tipps! vielen Dank, Herr Lüderitz.

    • Henryk Lüderitz am 17. Januar 2018 um 22:45

      Vielen Dank, sehr gerne! Ich freue mich über Ihr Lob.
      Mit besten Grüßen,
      Henryk Lüderitz

  • Anke am 17. Januar 2018 um 23:04

    Solche und ähnliche Situationen sind mir sehr oft schon in meiner Verantwortung als Führungskraft begegnet. Ich finde den Artikel sehr griffig geschrieben und die Tipps schnell umsetzbar. Auch wenn man schon viel Erfahrung hat, heißt das nicht, dass man das Erlernte auch immer gekonnt einsetzt. Man muss wie jeder Fußballprofi auch im täglichen Training bleiben und immer wieder an die gleichen Abläufe durchgehen, damit man konstant sein bestes zeigen kann. Gerne mehr der kleinen Trainingshelfer.

    • Henryk Lüderitz am 17. Januar 2018 um 23:50

      Hallo Anke,
      ich freue mich über Dein positives Feedback. Vielen Dank!
      Tatsächlich besteht auch das Training von Fußballprofis zu einem großen Teil aus Standard-Situationen. Genau so müssen Führungskräfte sich auch hinterfragen und an vermeintlichen Standards weiter arbeiten.
      Gerne unterstütze ich mit weiteren „Trainingshelfern“.
      Zu welchen Themen würde weiterer Input für Dich hilfreich sein? Gerne auch mit anonymisierten Beispielen aus der Praxis.

      Viele Grüße,
      Henryk

  • Andre Schweizer am 19. Januar 2018 um 0:50

    Hallo Herr Lüderitz,

    ich muss mich bei Ihnen entschuldigen.

    Meine Beiträge hatten einen emotionalen Unterton, den man nicht mit einbringen sollte.

    Es ist ein schwieriges Thema und ich vermute, es wird keine allgemein gültige Lösung dafür geben.

    Mit den Punkten, welche Sie angegeben haben, bin ich absolut konform mit Ihnen.

    Ich frage mal anders:

    Die Geschäftsführung gibt neue Zahlen kund, und ich als Führungskraft rolle auch erstmal mit den Augen. Dann gebe ich diese Ziele weiter an die Kollegen und die rollen auch mit den Augen. Wenn man das auch noch gut verpackt, hat man eine Teambildende Maßnahme geschaffen.

    Ich finde, Sie sollten einen Artikel aufsetzen wie: Wie schaffen es junge Führungskräfte, das die Mitarbeiter ihnen folgen.

    Weil wenn die angehenden Führungskräfte ein Team bilden können, dann sollte es keine Fragen zur Maßregelung geben.

    Nix für Ungut.

  • Andre Schweizer am 19. Januar 2018 um 0:51

    Hallo Herr Lüderitz,

    ich muss mich bei Ihnen entschuldigen.

    Meine Beiträge hatten einen emotionalen Unterton, den man nicht mit einbringen sollte.

    Es ist ein schwieriges Thema und ich vermute, es wird keine allgemein gültige Lösung dafür geben.

    Mit den Punkten, welche Sie angegeben haben, bin ich absolut konform mit Ihnen.

    Ich frage mal anders:

    Die Geschäftsführung gibt neue Zahlen kund, und ich als Führungskraft rolle auch erstmal mit den Augen. Dann gebe ich diese Ziele weiter an die Kollegen und die rollen auch mit den Augen. Wenn man das auch noch gut verpackt, hat man eine Teambildende Maßnahme geschaffen.

    Ich finde, Sie sollten einen Artikel aufsetzen wie: Wie schaffen es junge Führungskräfte, das die Mitarbeiter ihnen folgen.

    Weil wenn die angehenden Führungskräfte ein Team bilden können, dann sollte es keine Fragen zur Maßregelung geben.

    Nix für Ungut.

    Beste Grüße

    • Henryk Lüderitz am 20. Januar 2018 um 9:24

      Hallo Herr Schweizer,
      Chapeu! Ich habe größten Respekt vor ihrer Entschuldigung, die ich gerne annehme!
      Mit mir gehen gelegentlich auch mal die Pferde durch.
      Ausserdem freue ich mich über Leser mit einer Meinung, die sie dann auch kundtun.

      Ich verstehe ihren Punkt sehr gut und freue mich über den konkreten Themenvorschlag. Ich sehe es auch so, dass durch geschicktes und authentisches Teambuilding (wie die von ihnen beschriebene Situation) Verhaltensweisen bei Mitarbeitern vermieden werden können, die sonst „getadelt“ werden müssten.
      Ich gehe dazu mal in mich, wie ich dieses Thema in einen Beitrag bekomme:-)

      Mit besten Grüßen,
      Henryk Lüderitz

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