The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Mitarbeiter zu echten Followern machen

Was gute Chefs vom Influencer lernen können

Ein Beitrag von Henryk Lüderitz

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Verrückte neue Welt. Da gibt es Leute, die anderen in der virtuellen Welt folgen. Ganz freiwillig, ohne Bezahlung und trotzdem hochmotiviert. Es kommt noch besser: sie lassen sich sogar von diesen Leuten Ratschläge geben. Die Rede ist von dem relativ neuen Beruf des „Influencer“. Diese Personen sind mit einer starken Präsenz in den sozialen Medien unterwegs und haben teilweise mehrere hunderttausend Follower. Davon können sich Chefs doch bestimmt eine Scheibe abschneiden. Zumal sie ja in der Regel viel weniger Mitarbeiter von sich begeistern müssen. Außerdem bekommen Mitarbeiter sogar Geld fürs „folgen“ und sind vertraglich gebunden. Das müsste doch viel einfacher sein, oder? In der Realität haben Chefs jedoch hin und wieder so ihre Schwierigkeiten, Mitarbeiter zu echten „Followern“ zu machen. Grund genug, mal zu schauen, was gute Chefs von einem Influencer lernen können.

 

Gute Chefs brauchen einen Sparringspartner

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Die Erfolgsgeschichten von Influencern wirken teilweise so unrealistisch, wie Geschichten aus den 2000´er „Du-kannst-alles-erreichen“-Seminaren. Vom Schüler zum Millionär. Vom Flaschensammler zum finanziell unabhängigen Geschäftsmann. Das lässt sich natürlich gut verkaufen, weil es so extrem fantastisch wirkt. Dahinter steckt bei den meisten erfolgreichen Playern jedoch viel Arbeit. Arbeit, die sie nicht allein machen und auch gar nicht allein machen können. Sie sind das Gesicht vor der Kamera. Die Person, die Beauty- oder Fitness-Tipps gibt. Die Marketingstrippen werden in der Regel von Experten gezogen. Sparringspartner und Coaches, die im Hintergrund genau darauf achten, was zu tun ist. Muss mal wieder mehr „User-Engagement“ her? Wie soll mit den Hatern umgegangen werden? Alles Fragen, die der Social-Media-Profi mit einem Coach bespricht und sich professionellen Rat holt.

Für gute Chefs gilt ebenfalls: Nehmt euch einen Experten als Sparringspartner. Ihr müsst nicht jede Situation immer selbst einschätzen können. Wenn der eigene Erfahrungsschatz erschöpft ist, nehmen sich Profis auch einen Berater. Keiner verlangt von euch, dass ihr immer alles selbst macht.

 

Gute Chefs hören zu und interessieren sich

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Influencer teilen nicht nur ihr Leben und ihre Geschichten mit den den Followern. Sie hören ihnen auch sehr gut zu. Sie geben Wertschätzung, indem sie sich anhören, wo der Schuh bei den Fans drückt. Dadurch bekommen sie ein sehr detailliertes Bild darauf, wer die Fans eigentlich sind. Wo und wie leben sie? Welche Jobs haben sie und welche Probleme umtreiben sie? Wann sind sie zufrieden und wann unzufrieden?
Dieses Wissen ist die Grundlage für die ganzen Erfolgsgeschichten. Ein guter Influencer haut nämlich auf seinen Kanälen nicht einfach irgendwelchen Content raus. Nein, er versucht das zu liefern, was den Nerv seiner Follower trifft.

Für gute Chefs gilt ebenfalls: Hört euren Mitarbeitern zu. Nehmt euch dafür die nötige Zeit und wertschätzt den Mitarbeiter. Merkt euch die Namen seiner Kinder und ob der Wasserschaden in der Wohnung oder im Keller war. Je genauer ihr eure Mitarbeiter kennt, desto besser wisst ihr, was sie brauchen, um gerne zur Arbeit zu kommen. Und meiner Erfahrung nach sind viele schon sehr zufrieden, wenn sie einen Chef haben, der ernsthaft zuhört und sich für sie als Mensch interessiert.

 

Gute Chefs geben Feedback

Für gute Chefs gilt ebenfalls: Nehmt euch einen Experten als Sparringspartner. Ihr müsst nicht jede Situation immer selbst einschätzen können. Wenn der eigene Erfahrungsschatz erschöpft ist, nehmen sich Profis auch einen Berater. Keiner verlangt von euch, dass ihr immer alles selbst macht.

Social-Media-Profi werden ist sehr anstrengend. Denn auf Erfolgen ausruhen ist nicht. Wer sich nicht um seine Fans kümmert, verliert sie im Laufe der Zeit. Deshalb bedient sich der Influencer einer Motivations-Methode, die schon in der Arbeitswelt prima funktioniert, wenn sie denn mal eingesetzt wird. Er gibt Feedback. Vielleicht nicht ganz so professionell, wie ich es jungen Führungskräften in meinen Seminaren vermittle, aber er gibt Feedback. Vom simplen Smiley bis hin zu ganz persönlichen Antworten ist alles dabei. Das ist eine Menge Arbeit, die sich aber offensichtlich lohnt. Da haben es Chefs einfacher. Mitarbeiter sind durch den Arbeitsvertrag gebunden und auf das Gehalt angewiesen. Da wird höchstens innerlich gekündigt.

Für gute Chefs gilt deshalb: Eure Mitarbeiter sind vielleicht sogar die Fans von einem Influencer und von ihm das regelmäßige Feedback gewohnt. Bei Mitarbeitern der Gen-Y oder Gen-Z ist das sogar sehr wahrscheinlich, wie diese Studie herausgefunden hat. Eine weitere Erkenntnis dieser Studie ist, dass 2/3 der Generation-Z kündigen, wenn sie nicht wöchentlich ein Feedback bekommen. In der Praxis empfehle ich euch daher das Wort „regelmäßig“ nicht mit dem jährlichen Mitarbeitergespräch zu gleichzusetzen. Plant für eure Mitarbeiter mindestens 2-4 Feedbacks pro Monat ein und kontrolliert euch in den ersten Monaten am besten mit einer Checkliste selbst. So lässt sich die neue Routine leichter etablieren.

 

Eure Erfahrung und Meinung

Ich bin sehr gespannt, wie eure Meinung dazu ist, dass wir uns bei den „jungen Wilden“ durchaus etwas abschauen können.
Wie oft bekommt ihr denn so Feedback? Und wenn du eine Führungskraft bist, von wem lässt du dich beraten? Wie gut hörst du deinen Mitarbeitern zu? Vielleicht fällt dir auch ein Mitarbeiter ein, dem du unbedingt mal wieder eine Rückmeldung zu seiner Arbeit geben musst…

Ich freue mich auf eure Meinungen und Kommentare.

Euer Henryk

"The Young Professional"
gibt es jetzt auch als Podcast.

  • Ferry am 10. Mai 2019 um 12:21

    Zuhören, Feedback geben und sich Feedback holen – dafür braucht es keine Influenza-Erkenntnisse, das ist die alte „hohe Schule“ der Menschenführung.

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