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ERGO schmeisst Vertriebsvorstand raus

Wer diesen Führungsfehler begeht, muss sofort gehen.

Ein Beitrag von Henryk Lüderitz

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Wenn sogar Vorstände rausgeschmissen werden, stecken eklatante Führungsfehler dahinter. So auch im Fall vom Vertriebsvorstand der ERGO Stephan Schinnenburg. Was dort passiert sein soll und wie ihr diesen Führungsfehler vermeiden könnt, erfahrt ihr hier…

 

Radikale Führung

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Führungskräfte sollen Ziele erreichen. Wenn das nicht klappt, greift eine Regel, die im Fußball an der Tagesordnung ist. „Es geht der Trainer, nicht die Mannschaft!“ Die Anforderungen an neue Führungskräfte sind dann so hoch, wie an neue Trainer von abstiegsbedrohten Erstligavereinen. Der Neue soll den Laden erstmal ordentlich aufräumen und für einen Motivationsschub sorgen. Es wird beinah jede Methode akzeptiert, die neu ist und „alte Zöpfe“ abschneidet.

In den meisten Fällen ist der Ergebnisdruck so groß, dass keine große Bestandsaufnahme erfolgt. Der neue Herr im Haus regiert harter Hand und wischt alles Althergebrachte mit einer schwungvollen Bewegung vom Tisch. So ähnlich wird auch der neue Vertriebsvorstand der angeschlagenen ERGO-Versicherung aufgeräumt haben. Damit wir uns richtig verstehen: Radikale Änderungen herbeizuführen ist noch kein Verbrechen. Änderungen sind notwendig, wenn der bisherige Weg nicht zum Erfolg geführt hat. Die Balance aus „Hart in der Sache & weich zum Menschen“ gelingt jedoch nicht jedem Manager. Besonders dann nicht, wenn die Anforderungen an die „Sache“ sehr groß sind. Hat Schinnenburg hat beispielsweise eine dünne, aber sehr entscheidende Grenze überschritten. Er hat Führung mit Alleinherrschaft verwechselt.

 

„Wer meine Ziele hinterfragt, wird erschossen!“

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Wird die zugestandene Macht für radikale Veränderungen am Ende des Tages dafür missbraucht, Mitarbeiter einzuschüchtern und zu erpressen, ist die Grenze zur diktatorischen Alleinherrschaft bereits überschritten. Und so soll es bei der ERGO laut dem Manager-Magazin abgelaufen sein. Mitarbeiter zu motivieren, Gewohnheiten zu verändern, erfordert viel Energie, gute Ideen und Fingerspitzengefühl. Fingerspitzengefühl bedeutet nicht ausschließlich Samthandschuhe zu tragen. Gelegentlich muss auch mal mit der Faust auf den Tisch geschlagen werden. Die Faust gehört aber höchstens als Weckruf auf den Tisch. Niemals als persönliche Drohgebärde unter die Nase der Mitarbeiter! Drohungen wie „jeden erschießen“ oder „an den Türrahmen nageln“, sind verbale Entgleisung, die so unpassend sind, wie mit der Faust zu drohen.

 

Konsequenz schwerer Führungsfehler: sofortige Entlassung!

Persönliche glaube ich, dass Führungsfehler dieser Art nur selten eine drastische Konsequenz nach sich ziehen. Die Regel wird sein, dass Mitarbeiter und unterstelle Führungskräfte den Kopf einziehen und darauf hoffen, dass der Sturm vorbeizieht. Bei der ERGO will man angeblich auch erst durch die Nachfrage des Manager-Magazin Kenntnis über diese Ereignisse erlangt haben. Um so kompromissloser die Reaktion der Konzernspitze. Dort wird die Angelegenheit selbstverständlich sofort geprüft und Herr Schinnenburg ist solange freigestellt. Es heisst: „Der Vorfall ist ganz und gar nicht mit unseren Werten zu vereinbaren. Wer so etwas sagt, für den ist bei der Ergo kein Platz.“ Freistellung wegen nicht übereinstimmender Werte! Klingt theoretisch, ist hier aber offensichtlich genau so abgelaufen.

 

Rauswurf per „Werte-Karte“

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Führungskräfte die sich erst hinterfragen, wenn sie mit der „Werte-Karte“ angezählt (oder rausgeschmissen) werden, sind ziemlich spät aufgewacht. Aus eigener Erfahrung kenne ich die ironischen Äußerungen mancher Chef-Kollegen wenn es um die Werte des Unternehmens geht. Klar, die sind manchmal ein bisschen pathetisch und häufig auch sehr groß ausgedruckt. Das berechtigt jedoch nicht dazu, sie nicht ernst zu nehmen. Das Beispiel Schinnenburg zeigt, dass Werte viel relevanter sind, als sie manchmal in ihrem Hochglanzimage vermuten lassen.
Welche der Werte-Karten gespielt wird, hängt vom individuellen Fall ab. So kann beispielsweise auch die Gratwanderung zwischen Kompliment und anzüglicher Bemerkung zum Rauswurf per Werte-Karte „Sexuelle Belästigung“ führen. Führungskräften sei an dieser Stelle geraten, ihr Verhalten stets zu hinterfragen und im Zweifelsfall ein Gespräch mit förmlicher Entschuldigung zu suchen.

 

Besser als Todesdrohungen: natürliche Autorität

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Begegnet sind mir schon ziemlich viele Führungskräfte. Verschiedenste Führungsstile, Verhaltensweisen und Charakterzüge habe ich begleitet. Viele haben methodisch gut geführt, allerdings ohne das gewisse „Etwas“. Gemeint ist eine charismatische, natürliche Autorität. Führungskräfte die darüber verfügen betreten einen Raum, in dem z.B. gerade hitzig diskutiert wird und binnen weniger Sekunden herrscht wieder Ruhe und Ordnung. Ganz ohne Todesdrohungen oder sonstige Übergriffe. Es wirkt, als können diese Menschen allein durch ihre Anwesenheit schon den richtigen Impuls setzen. Ihre „Allzweckwaffe“: eine gezielt entwickelte und eingesetzte natürliche Autorität.

Ihr wollt euch diese Kompetenz auch aneignen? Dann lade ich euch zu meinem kostenlosen Webinar: „Endlich loyale und motivierte Mitarbeiter – durch natürliche Autorität!“ ein.
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Ich freue mich auf euch beim Webinar… oder auch gerne hier per Kommentar.
Euer Henryk Lüderitz

 


  • Bernd am 24. Januar 2018 um 8:06

    Sehr geehrter Herr Lüderitz,

    Sie sollten Ihren Artikel nochmals selbst durchlesen: an keiner Stelle wird deutlich, was bei der Ergo vorgefallen bzw. was KONKRET Herr Schinnenburg eigentlich getan hat.
    Und einen Beitrag dann mit einem solchen Satz wie „Was dort genau passiert ist und…“ zu beginnen, ist äußerst gewagt.
    Ich würde sehr dafür plädieren: weniger Publikationen, dafür mehr auf die Qualität zu achten.
    Mit besten Grüßen
    B. Schwieder

    • Henryk Lüderitz am 25. Januar 2018 um 14:18

      Sehr geehrter Herr Schwieder,
      vielen Dank für Ihren Verbesserungsvorschlag. Ich habe die von Ihnen angesprochene Formulierung ersetzt.
      Mit besten Grüßen,
      Henryk Lüderitz

  • Jan B. am 24. Januar 2018 um 10:43

    Leider ist das Alles oft nur Theorie. In der Praxis werden gerade in Deutschland (aber auch in den USA) Führungskräfte von der Unternehmensleitung geduldet, die Druck auf die Belegschaft ausüben und manchmal auch an arbeitsrechtliche Grenzen stoßen. Burnout, Mobbing und im Extremfall Suizid eines Arbeitnehmers sind das Ergebnis.

    • Henryk Lüderitz am 25. Januar 2018 um 14:21

      Hallo Jan,
      vielen Dank für deinen Kommentar.Du hast vollkommen Recht. In der Praxis kommt es leider noch viel zu selten vor, dass das Überschreiten von moralischen oder arbeitsrechtlichen Grenzen zu harten Konsequenzen führt.
      Ich nehme Deine Anmerkung aber mal als eine „Artikel-Idee“ auf, wie man als Mitarbeiter mit solchen Chefs besser umgehen kann.

      Viele Grüße,
      Henryk

  • Michael Matzat am 30. Januar 2018 um 4:42

    Sehr geehrter Herr Lüderitz,

    Sie schreiben in Ihrem Artikel sehr viel im Konjunktiv. Geht auch nicht anders, Sie kennen ja nur alles, was angeblich bei ERGO vorgefallen ist, aus dritter Hand bzw. aus anderen Publikationen. 🙂
    Ich habe mit Herrn Schinnenburg gearbeitet und kann Ihre Behauptungen nicht nachvollziehen. Er hat keine diktatorische Alleinherrschaft, wie Sie es schreiben, an den Tag gelegt.
    Ich werte Ihren Artikel als billige Werbung für Ihr Webinar. Das finde ich nicht in Ordnung.

    Mit freundlichem Gruß

    Michael Matzat

    • Henryk Lüderitz am 30. Januar 2018 um 12:59

      Sehr geehrter Herr Matzat,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Durch Ihren Erfahrungsbericht aus der Arbeit mit Hr. Schinnenburg wird dieser Beitrag noch runder und vielseitiger. Es freut mich zu hören, dass Sie bei Hr. Schinnenburg in der Zusammenarbeit ein anderes Gesicht wahrgenommen haben.

      Mit besten Grüßen,
      Henryk Lüderitz

  • Heinz Mittler am 30. Januar 2018 um 8:47

    Sehr geehrter Herr Lüderitz,
    das ist mir etwas unverständlich und nebulös. Zunächst bedeutet ein Wechsel der Führungskraft ein Verlassen der bisherigen Komfortzone. Alleine schon deshalb, weil es nicht wie gewünscht “lief”. Trotzdem ist zunächst eine Potentialanalyse mit Führungskräften und Mitarbeitern notwendig. Den mit Vertrauen lässt sich letztlich besser führen. Wenn man dann noch einen Mitarbeiter entlässt und auch fair die Gründe benennt, ist für mind. ein halbes Jahr wieder ein Leistungshoch zu verzeichnen. Wenn die Ziele danach nicht erreicht werden, sollte die Führungskraft von sich aus kündigen. Cholerische Chefs sind was für das Fernsehen und haben im Firmenaltag nichts zu suchen. Wenn ich kein Vorbild bin, bin ich als Führungskraft ungeeignet. Das muss man schon mal eingestehen können und die Firma wechseln bevor sie es tut.

    • Henryk Lüderitz am 30. Januar 2018 um 9:23

      Sehr geehrter Herr Mittler,
      vielen Dank für Ihre hilfreiche Ergänzung! Sie treffen damit den Nagel auf den Kopf.
      Ich freue mich, Leser wie Sie, mit kritischem Geist und konstruktiven Kommentaren, hier begrüßen zu dürfen.
      Mit besten Grüßen aus Düsseldorf,
      Henryk Lüderitz

  • Heidy Schulz am 30. Januar 2018 um 12:35

    Sehr geehrter Herr Lüderitz,
    schöne neue Welt …
    Die natürliche Autorität funktioniert noch während der Ausbildung von jungen Menschen.
    Ich glaube, sie ist derzeit ein Relikt aus einer Zeit vor dem Start von Industrie bzw. Arbeit 4.0.
    Sobald sich alle im täglichen Arbeitsprozess in der neuen 4.0 – Zeit befinden, beginnt der Kampf um die Arbeitsplätze. Damit verbunden verliert sich auch der Respekt vor dem anderen Menschen, der sich um eine bzw. in einer Arbeitsstelle bemüht, die Grundvoraussetzung für die Führung mittels natürlicher Autorität.
    Die Frage ist nun, ob sich dieser Führungsstil doch in die Welt 4.0 retten lässt. Ich bin der Meinung, es lässt sich eine „Arbeitsgesellschaft“ aufbauen, in der dieser Führungsstil für alle erfolgreich gelebt werden kann, speziell unter 4.0.
    Wohin die Reise mit 4.0 hinführt, sieht man schon. Dabei ist nicht alles negativ. Wer jetzt diese Entwicklungen sieht und keine Angst davor hat, könnte mit einer natürlichen Autorität viel erreichen.
    Auch die Gegner der Menschen mit diesem Führungsstil – die es damals wie heute gibt – mit auf die Reise nehmen und ein erfolgreiches Team werden.
    Mit freundlichem Gruß
    Frau Schulz
    (an elder professional)

    • Henryk Lüderitz am 30. Januar 2018 um 13:03

      Sehr geehrte Frau Schulz,
      vielen lieben Dank für Ihren Kommentar und das freundliche Telefonat. Man merkt, Sie sind mit Herzblut bei der Sache.
      Ich stimme Ihnen zu, dass insbesondere die neue Arbeitswelt mit traditionellen Kompetenz gestaltet werden muss.

      Ich freue mich auf weitere Kommentare von Ihnen und schätze Sie als Leserin mit langjähriger Führungserfahrung im Personalbereich sehr.
      Mit besten Grüßen,
      Henryk Lüderitz

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