The Young ProfessionalDas Online-Magazin für junge Talente von Henryk Lüderitz


Wer als Chef noch besser werden will, nutzt diese Technik

Wie werden gute Chefs endlich besser?

Ein Beitrag von Henryk Lüderitz

Häufig erreicht mich der Wunsch, als Führungskraft „besser“ werden zu wollen. Oder zu müssen. Dann meldet sich allerdings die Personalabteilung eines Unternehmens ;-). Generell freue ich mich darüber, denn ich arbeite gerne mit Menschen, die etwas verbessern wollen. Die Frage, die sich hier aber automatisch stellt ist, wo fange ich damit an? In diesem Artikel bekommt ihr ein paar Hinweise dafür, wie ihr als Chefs noch besser werden könnt.

 

Was sind eigentlich gute Chefs?

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Wer durch die Überschrift ins Grübeln gekommen ist, muss nicht länger warten. Gut & besser hat zwei Seiten. Die eine Seite wird in der Regel von den Unternehmen vorgegeben. Job-Profile, Führungsleitbilder und Ziele. Damit ist klar, WAS gute Chefs tun müssen, nämlich den dort beschriebenen Job. Bis hierhin ist die Performance von Führungskräften recht nüchtern und zahlenorientiert. Habe ich den Umsatz erreicht? Sind die Kunden zufrieden? Das lässt sich meistens aus Kennzahlen ablesen und reicht vielen Führungskräften schon als Antwort auf die Frage, ob sie „gut“ sind.

Mir persönlich geht eine Antwort in Form von Kennzahlen nicht weit genug. In der Praxis werden kennzahlengesteuerte Chefs genau so wahrgenommen, als unpersönliche Umsetzer der Unternehmensziele. Wer als Chef darüber hinaus wachsen will und besser werden will, muss weiter gehen.

 

Gute Chefs fragen nach dem WAS, bessere Chefs fragen nach dem WIE

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„Was ist passiert?“ Eine typische Frage von guten Führungskräften. Wer seine Performance und Wirkung als Chef aber über das Niveau von „der steuert uns mit Kennzahlen“ hinausbringen will, hinterfragt nicht nur Fakten, sondern auch das eigene Handeln. Damit ist kein Zweifel an euren Entscheidungen gemeint. Schlechte Entscheidungen fallen auch als Chefs meist sofort auf. Oder sie fallen eurem Chef auf und es gibt Ärger 😉
Ich meine damit das regelmäßige reflektieren der eigenen Person: wie trefft ihr eure Entscheidungen, wie moderiert ihr Meetings, wie begrüßt ihr eure Mitarbeiter?
Es geht mir um eine bewusste Wahrnehmung von dem, was ihr jeden Tag so tut. Von den ganz großen Dingen, bis zu den alltäglichen Aufgaben.
Für die meisten Führungskräfte ist der Alltag bereits zu einer (blinden) Routine geworden. Routinen sind generell eine gute Sache, weil sie Zeit sparen und meistens für eine gewisse Struktur sorgen. Eine gute Führungskraft arbeitet jedoch hart daran, dass keine „blinden“ Routinen entstehen. Die sogenannten „Blind-Spots“ bieten gleich zwei große Gefahren:

  1.  Hilfreiche Impulse oder Ideen können schnell übersehen werden, genauso wie
  2.  schlechte Angewohnheiten, die dringend verändert werden müssen.

 

Die big five für gute Chefs

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Der beste Zeitpunkt für das selbstkritische Hinterfragen ist aus meiner Sicht der Freitag. An diesem Tag sind die Ereignisse der Woche noch greifbar und man muss nicht zu tief in der Erinnerungskiste wühlen. Ein Nachteil der Wie-Frage ist, dass man den Fragebereich relativ subjektiv auswählen kann. Auf diese Art können sich im Rahmen dieser Technik weitere blinde Flecken etablieren. In meiner Zeit als Führungskraft habe ich zu folgenden fünf Bereichen die Wie-Frage gestellt:

  1. Wie organisiere ich mich?
  2. Wie analysiere, bewerte und entscheide ich mich?
  3. Wie kommuniziere ich?
  4. Wie bin ich mit meinen Mitarbeitern umgegangen?
  5. Wie bin ich mit mir selbst umgegangen?

Die Antworten habe ich mir dann in einem Notizbuch aufgeschrieben. Jede Woche hat eine Seite bekommen, aufgeteilt in + / -, für positive und negative Dinge. Häufig ergeben sich sofort Ideen für eine Veränderung, die habe ich dann direkt daneben notiert.

 

Entwicklungspotenziale erkennen

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Es wäre zu schön, wenn die persönliche Entwicklung mit der Wie-Frage und einem Notizbuch erledigt wäre. Leider hat das bei mir nicht immer funktioniert. Ich hatte trotz aller Ideen immer mal wieder die gleichen (negativen) Antworten. Es kam auch durchaus mal vor, dass ich es nicht geschafft habe, etwas Positives auszubauen. Trotzdem ist mit dieser Frage und den Notizen ein erster Schritt getan. Ihr nehmt euch bewusst wahr und entdeckt Dinge, die ihr langfristig ausbauen oder verhindern wollt.

Lasst euch doch mal auf diese Übung ein und stellt euch die Wie-Frage zu den fünf Punkten.
Wie zufrieden seid ihr mit den Antworten? Wo möchtet ihr euch verbessern und was wollt ihr loswerden?
Ich freue mich wie immer auf eure Antworten (hier antworten) und wünsche euch viel Erfolg damit…

Euer Henryk Lüderitz

"The Young Professional"
gibt es jetzt auch als Podcast.

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